Hans-Jochen Wagner kämpft um das alte Kreuzberg – und seine eigene Heimat
Egbert PeukertHans-Jochen Wagner kämpft um das alte Kreuzberg – und seine eigene Heimat
Hans-Jochen Wagner, bekannt vor allem als Kommissar Friedemann Berg in der Tatort-Reihe, lebt seit fast 25 Jahren in Berlins Kreuzberg. Der Schauspieler, der in den 1990er-Jahren in den Stadtteil zog, erlebt nun, wie dessen einzigartiger Charakter durch steigende Mieten und Gentrifizierung zunehmend verblasst.
Wagner ließ sich damals in Kreuzberg nieder, als der Bezirk noch ein Refugium für Künstler, Studierende und Menschen mit schmalem Budget war. Damals zog das bezahlbare Wohnen eine bunte Mischung an, die dem Viertel eine lebendige Atmosphäre verlieh. Heute sieht er diese Identität bedroht, da explodierende Kosten langjährige Bewohner verdrängen.
Der 58-jährige Schauspieler teilt sein Berliner Leben mit seiner Frau, der Schauspielerin und Regisseurin Nana Neul. Neben seiner Karriere ist Wagner politisch engagiert, unterstützt offen die Grünen und setzt sich für gesellschaftlichen Wandel ein. Er betont die Notwendigkeit, für eine gerechtere Gesellschaft zu kämpfen – eine offizielle Kandidatur für die Kommunalwahlen 2026 hat er jedoch nicht bestätigt. Wagners Sorgen spiegeln die größeren Veränderungen in Kreuzberg wider: Was einst ein Zentrum für Kreativität und alternative Lebensentwürfe war, steht heute unter dem Druck steigender Immobilienpreise. Für ihn hat sich durch die Umbrüche im Stadtteil auch das Lebensgefühl verändert, die Zukunft bleibt ungewiss.
Wagners Perspektive unterstreicht die Herausforderungen, vor denen die langjährige Gemeinschaft in Kreuzberg steht. Während die Mieten steigen und sich die Bevölkerungsstruktur wandelt, verändert sich auch das kulturelle Gefüge des Viertels. Seine Stimme bereichert die anhaltende Debatte darüber, wie Berlins vielfältige Kieze angesichts des rasanten Wandels bewahrt werden können.