Harte Tarifverhandlungen in der Chemieindustrie: Lohnstopp gegen Kaufkraftforderungen
Klaus-Michael JopichRegionale Lohnverhandlungen in der chemischen Industrie beginnen in Düsseldorf - Harte Tarifverhandlungen in der Chemieindustrie: Lohnstopp gegen Kaufkraftforderungen
Tarifverhandlungen für die deutsche Chemieindustrie starten am Mittwoch in Düsseldorf
Die Lohnverhandlungen für die chemische Industrie in Deutschland beginnen an diesem Mittwoch in Düsseldorf. Den Auftakt machen die Gespräche im Tarifbezirk Nordrhein, bei denen es um Entgelttabellen und Ausbildungsvergütungen geht. Scheitern die regionalen Verhandlungen, folgen als letzte Instanz bundesweite Gespräche.
Das aktuelle Tarifabkommen läuft noch bis zum 28. Februar 2026. Die anstehenden Verhandlungen, die von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) geführt werden, markieren den Start in eine neue Runde. Die Gewerkschaft vertritt bundesweit rund 585.000 Beschäftigte.
Zunächst führen regionale Tarifkommissionen die Gespräche. Die Arbeitgeber, vertreten durch den Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), fordern eine Nullrunde – also einen Lohnstopp. Sie begründen dies mit hohen Energiekosten, Werksschließungen und schwacher Wettbewerbsfähigkeit, die Lohnerhöhungen ihrer Ansicht nach unmöglich machen. Der BAVC vertritt zehn regionale Arbeitgeberverbände mit rund 1.700 Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Pharmazie, Kautschuk und Kunststoffe. Die IG BCE hingegen pocht auf Lohnerhöhungen, um die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken. Zudem steht die Forderung nach Arbeitsplatzgarantien ganz oben auf der gewerkschaftlichen Agenda. Kommt auf regionaler Ebene keine Einigung zustande, werden die Verhandlungen auf Bundesebene fortgesetzt.
Das Ergebnis der Gespräche wird mehr als eine halbe Million Beschäftigte betreffen. Während die Arbeitgeberseite auf einem Lohnverzicht beharrt, fordert die Gewerkschaft höhere Löhne und Job-Sicherheit. Weitere regionale Verhandlungen sind in den kommenden Tagen geplant.