Heidelberg Materials steigt um 3,5 % – Rekordgewinne trotz sinkender Absatzmengen
Martina SieringHeidelberg Materials steigt um 3,5 % – Rekordgewinne trotz sinkender Absatzmengen
Heidelberg Materials verzeichnete Ende Januar 2024 einen Kursanstieg von etwa 3,5 %, nachdem geopolitische Spannungen und ein positives Analystenurteil die Sorgen der Anleger gemildert hatten. Der Baustoffkonzern meldete zudem starke Gewinne – trotz rückläufiger Absatzmengen –, was auf Kostensenkungen und höhere Preise zurückzuführen ist. Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine Umstrukturierungspläne voran, zu denen auch die Schließung eines Werks in Deutschland gehört.
Der Kurserholung ging eine Einschätzung der Investmentbank Morgan Stanley voraus, die Bedenken hinsichtlich möglicher Änderungen im EU-Emissionshandelssystem zerstreute. Analysten hoben zudem die attraktive Bewertung des Unternehmens hervor, was das Anlegervertrauen stärkte. Zuvor hatten die Aktien bereits nach Äußerungen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zu den militärischen und nuklearen Bedrohungen durch den Iran zugelegt, da dies die Erwartungen an höhere Verteidigungsausgaben in Europa schürte.
Heidelberg Materials verzeichnete einen Gewinnanstieg von 6 % im laufenden Geschäft und erreichte mit 3,4 Milliarden Euro einen Rekordwert. Dieses Wachstum gelang trotz sinkender Absatzmengen, da das Unternehmen eine strenge Preispolitik verfolgte und seine Sparmaßnahmen fortsetzte. Die "Transformation Accelerator Initiative" hat bereits 380 Millionen Euro eingespart; bis Ende 2026 soll die Marke von 500 Millionen Euro erreicht werden.
Zudem sichert sich das Unternehmen seine Energieversorgung ab und hat etwa die Hälfte seines Bedarfs für 2026 langfristig vertraglich gebunden, um sich gegen Schwankungen der Ölpreise zu wappnen. Allerdings gab es auch negative Nachrichten: Heidelberg Materials bestätigte die endgültige Schließung seines Zementwerks in Paderborn aufgrund der schwachen Bautenachfrage in Deutschland. Von der Stilllegung sind 53 Mitarbeiter betroffen.
Ein drittes Aktienrückkaufprogramm läuft bereits, wobei die zweite Tranche über 400 Millionen Euro bereits abgeschlossen ist. Anleger warten nun gespannt auf den vollständigen Jahresbericht am 26. März, der Auskunft über Nachhaltigkeitsinvestitionen und weitere Fortschritte bei der Kostensenkung geben wird.
Die jüngsten Kursgewinne spiegeln eine Mischung aus geopolitischen Entwicklungen, Kostendisziplin und Restrukturierungsmaßnahmen wider. Mit Rekordgewinnen und teilweise abgesicherten Energiepreisen scheint das Unternehmen gut aufgestellt, um Marktchancen zu nutzen. Der anstehende Jahresbericht wird weitere Klarheit über die finanzielle und operative Perspektive bringen.






