Hellweg beantragt Eigenverwaltung – was kommt auf 2.900 Mitarbeiter zu?
Klaus-Michael JopichHellweg beantragt Eigenverwaltung – was kommt auf 2.900 Mitarbeiter zu?
Die Baumarktkette Hellweg mit Sitz in Dortmund hat Eigenverwaltung beantragt. Die finanziellen Probleme des Unternehmens gipfelten in einem Antrag beim Amtsgericht Essen. Inzwischen haben Sanierungsexperten die Geschäftsführung übernommen.
Die Schwierigkeiten von Hellweg begannen jedoch lange vor dem Insolvenzantrag. 2023 verbuchte das Unternehmen trotz eines Umsatzes von 672 Millionen Euro einen Verlust von 104 Millionen Euro. Seit dem Ende der Pandemie-Beschränkungen litten die Verkaufszahlen unter einem anhaltenden Rückgang.
Der Entzug der Warenkreditversicherung trieb das Unternehmen schließlich in die Insolvenz. Ohne diese Absicherung blieb Hellweg keine andere Wahl, als gerichtlichen Schutz zu beantragen. Auch die gesamte deutsche Heimwerkerbranche kämpft mit Problemen: Die Umsätze sanken von 20,92 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 20,58 Milliarden Euro im Folgejahr. Steigende Baukosten, Energiepreise und Inflation verschärften die Krise des Sektors.
Von der Insolvenz betroffen sind 2.900 Mitarbeiter bundesweit. Sie erhalten für drei Monate Insolvenzgeld, während das Verfahren läuft. Das Amtsgericht Essen begleitet nun die Restrukturierungsbemühungen von Hellweg. Die Zukunft des Unternehmens hängt vom Erfolg des Sanierungsplans ab. Bis dahin sichern vorübergehende finanzielle Hilfen die Mitarbeiter in dieser unsicheren Phase ab.






