Ibbenbüren baut für fünf Schüler eine 23-Millionen-Hauptschule – sinnvoll oder verschwenderisch?
Klaus-Michael JopichIbbenbüren baut für fünf Schüler eine 23-Millionen-Hauptschule – sinnvoll oder verschwenderisch?
Ibbenbüren treibt trotz sinkender Schülerzahlen die Pläne für einen neuen Hauptschul-Neubau im Wert von 23 Millionen Euro voran. Für das Schuljahr 2025/2026 haben sich lediglich fünf Kinder angemeldet – eine Entwicklung, die Zweifel an der Notwendigkeit des Projekts aufkommen lässt. Die Stadt betont jedoch, dass die neue Einrichtung durch die Zusammenlegung zweier bestehender Standorte die Bildungsqualität verbessern werde.
Die rund 50.000 Einwohner zählende Stadt verfügt bereits über zwei Gymnasien, eine Realschule und eine Gesamtschule mit begrenztem Aufnahmevermögen. Eltern fordern indes längeres gemeinsames Lernen sowie bessere Chancen für leistungsschwächere Schüler, das Abitur zu erreichen.
Das neue Gebäude der Gemeinschafts-Hauptschule soll zwei veraltete Teilstandorte ersetzen. Die Fertigstellung ist für 2030 geplant, die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 23 Millionen Euro. Die Schule betreut derzeit eine heterogene Schülerschaft, darunter Flüchtlingskinder, Quereinsteiger und Kinder mit besonderem Förderbedarf.
Ein kürzlich erstellte Zertifizierung wies zwar Schwächen im Umgang mit Unterrichtsstörungen und bei der Anpassung der Lehrmethoden auf, doch die Schule wirbt weiterhin als inklusiver Lernort. Gleichzeitig fordern Eltern ein längeres gemeinsames Lernen sowie klarere Wege zum höheren Schulabschluss.
Ibbenbürens bestehendes Schulangebot umfasst ein städtisches Gymnasium, eine katholische Realschule und eine Gesamtschule, die pro Jahrgang nur vier Züge anbietet. Angesichts der rückläufigen Schülerzahlen und des bereits vielfältigen Bildungsangebots sorgt das Hauptschul-Projekt für Diskussionen.
Maria Frank, eine ehemalige Lehrerin und heutige Buchhändlerin, unterrichtete früher Kunst an einer freien Schule in der Region. Ihre Erfahrung spiegelt die Mischung aus traditionellen und alternativen Bildungsansätzen in der Stadt wider.
Der 23-Millionen-Euro-Neubau soll bis 2030 die Hauptschule unter einem Dach vereinen. Mit nur fünf angemeldeten Schülern für das kommende Schuljahr steht die Stadt jedoch in der Kritik. Eltern setzen sich weiterhin für breitere Lernmöglichkeiten ein – darunter längeres gemeinsames Lernen und Abituroptionen für leistungsschwächere Kinder.






