17 June 2026, 18:29

Innenministerkonferenz blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball

Bericht: IMK verschiebt Entscheidung zu Pyrotechnik in Stadien

Innenministerkonferenz blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball

Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien einzuführen. Diese Entscheidung fällt trotz jüngster Vorfälle, darunter das DFB-Pokalfinale im Mai, sowie anhaltender Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von Pyrotechnik. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat die Untätigkeit öffentlich kritisiert.

Beim DFB-Pokalfinale im Mai waren Leuchtkörper auf den Platz geworfen worden, doch der Schiedsrichter brach die Partie nicht ab. Reul argumentierte, das Spiel hätte unterbrochen werden müssen. Zudem äußerte er sich frustriert über die zögerliche Bekämpfung von Fußballgewalt und bezeichnete die bisherigen Bemühungen als unzureichend.

Ein vertraulicher Bericht der IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ stuft Pyrotechnik als eine der größten Sicherheitsgefahren in Stadien ein. Bisherige Geldstrafen zeigten jedoch kaum Wirkung, und Tests mit Pyrotechnik-Detektoren blieben ergebnislos. Die Arbeitsgruppe will sich nun auf die Diskussion von Strafen für Verstöße konzentrieren, statt strengere Kontrollen vorzuschlagen.

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Reul fordert schärfere Maßnahmen, darunter Durchsuchungen in Ultra-Fanblöcken, bei Catering-Fahrzeugen sowie eine verstärkte Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen zu verhindern. Doch Vereine und Innenminister streiten darüber, ob solche flächendeckenden Kontrollen praktikabel sind. Die Debatte wurde auf die Herbstkonferenz vertagt.

Vorerst werden keine weiteren Schritte zur Eindämmung gewalttätiger Ausschreitungen in Stadien umgesetzt. Die IMK-Arbeitsgruppe wird die Diskussion über Sanktionen fortsetzen, während Reuls Forderungen nach mehr Sicherheit weiterhin ungelöst bleiben. Die Auseinandersetzung um Pyrotechnik und Fanverhalten wird voraussichtlich noch in diesem Jahr weitergehen.

Quelle