14 April 2026, 10:22

Insolvenzwelle im Buchhandel: Mediengruppe Stein und 18 Töchter betroffen

Ein zweistöckiges Gebäude mit einer Schaufensterfront, die ein rotes Vordach trägt, auf dem "Libreria del Espolon" steht und drinnen ordentlich aufgereihte Bücher zeigt.

Insolvenzwelle im Buchhandel: Mediengruppe Stein und 18 Töchter betroffen

Insolvenzwelle erschüttert deutschen Buchhandel

Die Mediengruppe Stein, der zweitgrößte Fachmedien-Distributor Deutschlands, hat Anfang Oktober Insolvenz angemeldet. Der Zusammenbruch hat auch 18 Tochterunternehmen mitgerissen, darunter bekannte Namen wie Solon, Delbanco und die A. Stein'sche Buchhandlung.

Die Probleme begannen am 17. September, als die A. Stein'sche Buchhandlung, ein großer Buchhändler mit 80 Mitarbeitern, Insolvenz beantragte. Innerhalb weniger Wochen folgte die Mediengruppe Stein mit ihren 250 Beschäftigten – und wenig später auch ihre Tochterfirmen wie Massmann, Albert Müller und Delbanco.

Die Gruppe hatte sich in den vergangenen Jahren durch aggressive Übernahmen rasant ausgebaut. Doch die Integration der erworbenen Unternehmen gestaltete sich schwierig, da sie unterschiedliche Geschäftsmodelle aufwiesen und hohe Kaufpreise gezahlt worden waren. Jörg Pieper, Leiter Content-Akquise bei Get More Brain, kritisierte das nahezu ungebremste Wachstum des Konzerns. Die Kaufrausch-Phase bezeichnete er als leichtsinnig, besonders angesichts der Herausforderungen, so unterschiedliche Unternehmen zusammenzuführen.

Die Folgen der Insolvenzen gefährden oder bringen nun Umsätze in Höhe von rund 100 Millionen Euro in Bewegung. Bibliotheken, Verlage und sogar Bundesministerien stehen vor Unsicherheiten. Pieper, ehemaliger Mitarbeiter von Schweitzer Fachinformationen, hatte die Nachhaltigkeit von Steins Expansionsstrategie bereits seit Langem infrage gestellt.

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Die Insolvenzen haben die deutsche Buch- und Medienbranche durcheinandergebracht. Mit 100 Millionen Euro Umsatz in der Schwebe müssen Unternehmen und Institutionen sich schnell anpassen. Der Kollaps wirft zudem Fragen zu den Risiken einer schnellen, schuldenfinanzierten Expansion in der Branche auf.

Quelle