20 March 2026, 16:23

Junge Menschen verlieren zunehmend das Vertrauen in die Demokratie – Studie alarmiert

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangelnde Bildung: Der Teufelskreis" in fetter schwarzer Schrift, das chaotische Bilder von verschiedenen Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts zeigt.

Junge Menschen verlieren zunehmend das Vertrauen in die Demokratie – Studie alarmiert

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen. Nur noch die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen bewertet das Funktionieren des Systems positiv. Bundesbildungsministerin Karin Prien hat nun Bedenken hinsichtlich des Einflusses von Online-Extremismus auf diese Entwicklung geäußert.

Der Bericht verzeichnet einen deutlichen Vertrauensverlust in zentrale Institutionen – besonders ausgeprägt in den jüngeren Altersgruppen. Die Unterstützung für die Demokratie ist in der Gruppe der 19- bis 29-Jährigen am geringsten, wobei viele offen für nicht-demokratische Alternativen sind. Fast die Hälfte der Befragten stimmte der Aussage zu, die Gesellschaft würde von "einer starken Einzelpartei" profitieren, während 15 Prozent sogar eine Diktatur unter bestimmten Bedingungen für akzeptabel hielten.

Die Forscher identifizierten drei deutliche Gruppen: "überzeugte Demokraten", "labile Demokraten" und "Demokratiegegner". Letztere beiden Kategorien setzen sich überproportional aus jüngeren, weniger gebildeten Personen zusammen. Zudem zeigte die Studie einen klaren Zusammenhang zwischen persönlicher Lebenszufriedenheit und demokratischer Haltung.

Prien warnte, die klassische politische Bildung an Schulen komme mit der Geschwindigkeit der Online-Radikalisierung nicht mit. Sie verwies darauf, wie sich Frauenfeindlichkeit, Gewaltverherrlichung und extremistisches Gedankengut über soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen verbreiten. Diese Räume, so Prien, setzten junge Menschen emotionaler Manipulation und antidemokratischen Ideen aus.

Der Bericht betont den dringenden Bedarf an einer gestärkten politischen Bildung, um demokratische Resilienz aufzubauen. Allerdings fehlen demnach vergleichende Daten zur aktuellen Zufriedenheit der 14- bis 18-Jährigen im Vergleich zum Demokratiebericht von 2021.

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Die Ergebnisse deuten auf einen generationellen Wandel im Demokratieverständnis hin. Angesichts sinkenden Vertrauens in Institutionen und wachsender Akzeptanz nicht-demokratischer Ansichten unterstreicht die Studie die Rolle der Schulen bei der Bekämpfung digitaler Radikalisierung. Priens Warnungen legen nahe, dass ohne Gegenmaßnahmen der Online-Extremismus demokratische Werte unter jungen Menschen weiter aushöhlen könnte.

Quelle