Karneval ohne Pferde: Warum Jacques Tilly die Tradition infrage stellt
Martina SieringSchwimmpuppenbauer Jacques Tilly gegen Pferde in Karnevalsumzügen - Karneval ohne Pferde: Warum Jacques Tilly die Tradition infrage stellt
Die Verwendung von Pferden in Karnevalsumzügen hat eine neue Diskussion ausgelöst, nachdem der renommierte Wagenbauer Jacques Tilly sich gegen diese Tradition ausgesprochen hat. Bekannt für seine satirischen Kreationen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug, argumentiert Tilly, dass die Praxis überholt sei und nicht mehr in die moderne Zeit passe. Seine Haltung findet Unterstützung bei der Tierrechtsorganisation PETA, die nun Kommunalpolitiker zum Handeln auffordert.
Tilly, eine prägende Figur in der deutschen Karnevalsszene, kritisiert seit Langem den Einsatz von Pferden in Umzügen. Er behauptet, die Tradition verursache unnötigen Stress und Leid für die Tiere. PETA hat sich seinen Bedenken angeschlossen und in einer Stellungnahme die städtischen Verantwortlichen aufgefordert, Pferde aus solchen Veranstaltungen aus Gründen des Tierschutzes und der öffentlichen Sicherheit zu verbannen.
In einigen Städten hat die Diskussion bereits zu Änderungen geführt. Bonn etwa hat Pferde aus seinen Umzügen vollständig verbannt. Andere deutsche Städte haben jedoch bisher keine strengen Verbote oder Einschränkungen aufgrund von Tierschutz- oder Sicherheitsbedenken erlassen. Gronau verlangt zwar eine schriftliche Genehmigung des Stadtamtes für die Teilnahme von Pferden, doch handelt es sich dabei nicht um ein vollständiges Verbot.
Tillys Kampagne fällt in eine Zeit, in der er sich zudem mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert sieht, die nicht mit dem Thema zusammenhängen. Derzeit ist er in Russland in ein Verfahren wegen angeblicher Verleumdung staatlicher Institutionen verwickelt.
Die Diskussion über Pferde in Karnevalsumzügen bleibt weiterhin ungelöst. Während Bonn sie aus seinen Veranstaltungen verbannt hat, sind die meisten Städte diesem Beispiel noch nicht gefolgt. Vorerst dauert die Diskussion an, mit Tilly und PETA, die sich für weitergehende Beschränkungen des Pferde-Einsatzes bei öffentlichen Feiern einsetzen.