10 February 2026, 18:26

Karnevalsstreit eskaliert: Kölner Zug verbietet provokanten Putin-Wagen

Eine Karikatur in einer russischen Zeitung mit dem Titel "Die russische Revolution" zeigt einen Mann in Anzug, Mantel und Hut, der entschlossen auf eine große Zuschauermenge schaut.

Kölner Karnevalisten verteidigen Abwesenheit von Putin-Schauwagen - Karnevalsstreit eskaliert: Kölner Zug verbietet provokanten Putin-Wagen

Vor Beginn der deutschen Karnevalssaison ist ein politischer Streit um einen satirischen Wagen entbrannt, der sich gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin richtet. Der Düsseldorfer Designer Jacques Tilly hatte geplant, das umstrittene Motiv in diesem Jahr beim Umzug zu präsentieren. Russische Vertreter reagierten jedoch empört und werfen ihm vor, Falschinformationen zu verbreiten und ihren Staatschef zu beleidigen.

Tilly, bekannt für seine kühnen und oft provokanten Karnevalsentwürfe, wollte einen Wagen mit Putin-Bezug zeigen. Die Kölner Karnevalsverantwortlichen entschieden sich jedoch dagegen, ihn in ihren Rosenmontagszug aufzunehmen. Stattdessen wird sich ihre Veranstaltung auf andere politische Persönlichkeiten konzentrieren, etwa den früheren US-Präsidenten Donald Trump oder innendeutsche Themen.

In den vergangenen Jahren hatte kein anderer deutscher Karnevalswagen die russische Regierung oder ihren Präsidenten offen verspottet. Die diesjährige Ausnahme löste scharfe Kritik aus Moskau aus. Die russischen Behörden gingen sogar so weit, ein Strafverfahren gegen Tilly einzuleiten – ihm wird vorgeworfen, mit seiner Arbeit "Falschmeldungen" über das russische Militär zu verbreiten und Putin zu beleidigen.

Trotz der Drohungen bleibt Tilly standhaft. Er räumte ein, mit neuen Reisebeschränkungen konfrontiert zu sein, betonte aber, nicht nachgeben zu wollen. Sein Wagen wird dennoch zu sehen sein – nur nicht beim Kölner Umzug.

Der Konflikt verdeutlicht die Spannungen zwischen Meinungsfreiheit und internationalen Beziehungen. Tillys Motiv wird in Düsseldorf gezeigt, allerdings ohne Kölner Unterstützung. Unterdessen läuft das russische juristische Vorgehen gegen den Designer weiter.