01 January 2026, 07:00

„Katzen!“: Wie Samtpfoten die Kulturgeschichte prägten – von Göttern zu Internetstars

Ein Plakat mit Text und Bildern von Katzen.

Göttin und Internet-Star - Warum faszinieren uns Katzen so? - „Katzen!“: Wie Samtpfoten die Kulturgeschichte prägten – von Göttern zu Internetstars

Eine große neue Ausstellung in Hamburg erkundet die lange und vielschichtige Beziehung zwischen Menschen und Katzen. Unter dem Titel „Katzen!“ zeigt die Schau, wie diese Tiere über die Kulturen hinweg verehrt, gefürchtet und heute gefeiert wurden. Noch bis zum 29. November 2026 untersucht sie ihre wandelnden Rollen in Kunst, Religion und digitaler Kultur.

Die Ausstellung im Museum am Rothenbaum (MARKK) beginnt im alten Ägypten, wo eine katzengestaltige Göttin als Beschützerin der Mütter verehrt wurde. Jahrhunderte später zeigt der Hinduismus die Göttin Sashthi auf einem schwarzen Kater reitend – ein Symbol für die Verbindung von Felinen mit göttlicher Macht. Doch im frühen modernen Europa kehrten sich die Vorstellungen um: Katzen wurden dämonisiert und mit Hexerei in Verbindung gebracht.

Die Schau geht auch der Frage nach, warum Katzen heute das Internet dominieren. Ihre unwiderstehliche Niedlichkeit hat sie zu einem globalen Online-Phänomen gemacht. Neben historischen Artefakten präsentieren zeitgenössische Werke von Künstler:innen wie Anna Weyant, John Currin und Karen Kilimnik die anhaltende Faszination für diese Tiere. Ein weiteres zentrales Thema ist die Verbindung zwischen Katzen, Weiblichkeit und Macht. Durch die Geschichte hindurch dienten sie als Projektionsfläche für menschliche Sehnsüchte und Ängste. Die Ausstellung vereint Kunstwerke, die diese Dualität widerspiegeln – von heiligen Symbolen bis zu modernen Memes.

„Katzen!“ ist noch bis spät 2026 zu sehen und bietet Besucher:innen die Gelegenheit, nachzuvollziehen, wie diese Tiere die Kultur geprägt haben. Die Schau verbindet uralte Glaubensvorstellungen, historische Umbrüche und die heutige digitale Begeisterung. Sie offenbart, wie Katzen weiterhin faszinieren – ob als Götter, Dämonen oder Internetstars.