Kleinbauern fordern mehr Klimagelder – doch wer hört ihre Stimme in Bonn?
Klaus-Michael JopichKleinbauern fordern mehr Klimagelder – doch wer hört ihre Stimme in Bonn?
Bauernvertreter aus aller Welt trafen sich bei den Tagungen der Nebenorgane der UN-Klimarahmenkonvention in Bonn. Als Stimme von 95 Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern forderten sie besseren Zugang zu Klimafinanzierungen für bäuerliche Betriebe und ihre Organisationen. Ihr Appell kommt zu einer Zeit, in der das Wetterphänomen El Niño Ernten, Fischbestände und Existenzgrundlagen in Asien und Afrika bedroht.
Familienbetriebe erzeugen mehr als die Hälfte der weltweiten Nahrungskalorien. Doch nur ein Bruchteil der Klimagelder kommt direkt bei ihnen an. Esther Penunia, Stephen Muchiri und Thomas Patriota wiesen auf die wachsenden Herausforderungen durch Klimafolgen und steigende Produktionskosten hin.
Das Bündnis Family Farmers for Climate Action schlug einen neuen Fonds vor, um diese Lücke zu schließen. Der Resilienz- und Ermächtigungsfonds für Bäuerinnen und Bauern würde Gelder direkt an Bauernorganisationen weiterleiten. Damit ließen sich widerstandsfähige Ernährungssysteme aufbauen und Klimaziele erreichen.
Bäuerlich geführte Lösungen wie agroökologische und naturverträgliche Methoden können die Widerstandsfähigkeit stärken und die Artenvielfalt schützen. Die Initiative für Wald und Landwirtschaft (Forest and Farm Facility) fördert bereits solche lokalen Ansätze. Diese sichern Lebensgrundlagen, stellen Ökosysteme wieder her und helfen Gemeinschaften, sich an den Klimawandel anzupassen.
Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Mittelpunkt des Klimaschutzes zu stellen, ist entscheidend für die globale Ernährungssicherheit und nachhaltige Landnutzung. Ohne bessere Finanzierung werden sie mit den verschärften Klimarisiken kaum zurechtkommen. Direkte Unterstützung könnte ihre Rolle bei der Welternährung und beim Umweltschutz sichern.
