Klimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände blockiert Kraftwerke und Rüstungsproduzenten
Hans-Gerd JunkKlimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände blockiert Kraftwerke und Rüstungsproduzenten
Rund 1.500 Demonstranten beteiligten sich am Freitag an koordinierten Klimaprotesten im gesamten Ruhrgebiet. Das kapitalismuskritische Bündnis Ende Gelände richtete sich dabei gegen zentrale Industrieanlagen, um sich gegen den Ausbau fossiler Gase und die Rüstungsproduktion auszusprechen.
In Gelsenkirchen blockierten Aktivisten das Kraftwerk Scholven, wo derzeit der Bau einer neuen Gasanlage geplant ist. Einige montierten vor Ort Solarpaneele, um auf erneuerbare Alternativen aufmerksam zu machen. Fran Leitner, Sprecherin von Ende Gelände, kritisierte, dass die Gasexpansion des Kraftwerks zeige, wie die Regierung Kohle lediglich durch ein anderes fossiles Brennstoff ersetze.
Unterdessen besetzten in Mülheim an der Ruhr Demonstranten Gleisanlagen bei Europipe, dem größten Pipeline-Hersteller Europas. Weitere 200 Protestierende störten den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte. Tomke Jansen von Ende Gelände warf dem Werk vor, statt Komponenten für Windkraftanlagen Panzerstahl zu produzieren.
Die Polizei umstellte zudem eine Gruppe von Aktivisten unter einer Brücke in Hamm. Den Beamten zufolge hätten diese gegen das Vermummungsverbot verstoßen. Zuvor waren dieselben Demonstranten mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof gezogen und hatten die Enteignung von Energiekonzernen gefordert.
Die Proteste führten zu erheblichen Behinderungen an mehreren Industriestandorten. Ende Gelände wollte mit den Aktionen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die rüstungsnahe Produktion infrage stellen. Die Behörden reagierten mit Abschottungsmaßnahmen und rechtlichen Schritten.






