26 January 2026, 18:59

Krisenvorsorge deutscher Firmen: Große Lücken bei Personal und Lieferketten – nur die Cyberabwehr stimmt

Eine Liniengrafik, die einen abwärtsgerichteten Trend bei den zukünftigen Ölimport-Erwartungen zeigt, mit begleitendem Text.

Krisenvorsorge deutscher Firmen: Große Lücken bei Personal und Lieferketten – nur die Cyberabwehr stimmt

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt erhebliche Lücken in der Krisenvorsorge deutscher Unternehmen. Zwar verfügen viele Betriebe über Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe, doch nur wenige sind auf Materialengpässe oder großflächige Personalausfälle vorbereitet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die deutsche bahn Mühe hätte, die Landesverteidigung zu unterstützen, falls sich die Spannungen weiter zuspitzen.

Der IW-Bericht betont, wie entscheidend die Aufrechterhaltung der öffentlichen Versorgung in Krisenzeiten ist – sowohl aus praktischen als auch aus sicherheitspolitischen Gründen. Dennoch verfügen nur 3,4 Prozent der Unternehmen über Notfallpläne für Lieferengpässe, und lediglich 4 Prozent sind auf erhebliche Personalausfälle vorbereitet. Weniger als 5 Prozent halten Reservelieferverträge für essenzielle Güter vor.

Großkonzerne wie Siemens, BMW, SAP und Volkswagen haben zwar Notfallkonzepte für Arbeitsausfälle entwickelt, Details bleiben jedoch unter Verschluss. Das Vorbereitungsniveau variiert stark zwischen Branchen und Unternehmensgrößen. Immerhin können 24 Prozent der Betriebe Engpässe in der Infrastruktur bewältigen, weitere 17 Prozent arbeiten an entsprechenden Maßnahmen. Bei der Cybersicherheit zeigt sich ein positiveres Bild: 86 Prozent der befragten Unternehmen geben an, gegen Cyberangriffe gewappnet zu sein. Viele haben zudem Vorkehrungen gegen Desinformation, Sabotage und Spionage getroffen.

Doch das IW warnt: Ein schwerer Wirtschaftseinbruch könnte die öffentliche Unterstützung für die NATO-Ostflanke schwächen. Im Ernstfall stünden Unternehmen vor vielfältigen Herausforderungen – von der Produktion militärischer Ausrüstung über die Freistellung von Mitarbeitern für den Dienst bis hin zum Management zusammenbrechender Lieferketten und der Absicherung digitaler Systeme. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die deutsche bahn auf ein großes Verteidigungsszenario unzureichend vorbereitet ist.

Die IW-Ergebnisse zeichnen ein gemischtes Bild der Widerstandsfähigkeit deutscher Unternehmen. Zwar sind die Cyberabwehrkräfte relativ solide, doch bestehen kritische Lücken in der Lieferketten- und Personalplanung. Ohne umfassendere Vorsorge könnte die Wirtschaft im anhaltenden Krisenfall weder die zivile Versorgung noch die Verteidigungsverpflichtungen aufrechterhalten.