17 January 2026, 13:46

Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit Basma al-Sharif fest

Ein Vintage-Plakat, das die Internationale Ausstellung von Lyon 1914 ankündigt, mit einem Mann mit einem Stock und einer Frau mit einem Schirm, zusammen mit den Ereignisdetails.

Palästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit Basma al-Sharif fest

Eine geplante Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif hat für Kontroversen gesorgt. Mehrere jüdische Organisationen fordern deren Absage und verweisen auf bedenkliche Aktivitäten der Künstlerin in sozialen Medien. Die Akademie hält jedoch an dem Termin fest und betont die Bedeutung der künstlerischen Freiheit.

Auslöser des Streits war die Forderung jüdischer Gruppen, darunter das Netzwerk jüdischer Akademiker:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, die Veranstaltung abzusagen. Sie werfen al-Sharif vor, in ihren Beiträgen Terrorismus zu verherrlichen und antisemitische Positionen zu verbreiten, die sich gegen Israel richten. Unterstützt wird der Aufruf unter anderem vom Netzwerk jüdischer Hochschullehrer:innen (NJH), der Werteinitiative – Jüdisch-Deutsche Positionen sowie dem Jüdischen Forum der CDU Nordrhein-Westfalen. Diese argumentieren, dass künstlerische Freiheit an verfassungsmäßige Werte wie die Menschenwürde gebunden sei.

Die Akademie lehnte die Forderung ab und verwies darauf, dass eine offene Auseinandersetzung mit dem Werk von Künstler:innen unverzichtbar sei. Zwar räumte man Bedenken ein, doch die für den 21. Januar 2026 geplante Veranstaltung soll von Studierenden moderiert und durch kontextualisierende Einordnungen begleitet werden, um eine respektvolle Diskussion zu gewährleisten. Gleichzeitig betonte die Akademie, dass Antisemitismus, Gewaltverherrlichung oder die Infragestellung des Existenzrechts Israels an der Institution keinen Platz haben sollen. Trotz der Kritik bleibt die Akademie bei ihrer Haltung und setzt auf Dialog statt auf Zensur. Die Veranstaltung wird wie geplant stattfinden, wobei die Organisator:innen eine strukturierte und sachliche Debattenkultur zusichern.

Mit dieser Entscheidung wird die Veranstaltung unter genauer Beobachtung über die Bühne gehen. Jüdische Gruppen lehnen sie weiterhin ab und argumentieren, dass bestimmte Formen des Ausdrucks rechtliche und ethische Grenzen überschreiten. Der Ausgang der Debatte könnte künftige Diskussionen über die Grenzen künstlerischer Freiheit in Deutschland prägen.