"La Parabole du Seum": Provokante Körperbilder bei den Wiener Festwochen
Martina Siering"La Parabole du Seum": Provokante Körperbilder bei den Wiener Festwochen
Eine mutige neue Performance, La Parabole du Seum, feiert Premiere bei den Wiener Festwochen in Wien
Unter der Regie von Rébecca Chaillon verbindet das Stück Humor mit grotesken Nachstellungen, um Themen wie Gewicht und Körperbild zu erkunden.
Die Vorstellung beginnt damit, dass die Performerin Julie Teuf der Zuschauerschaft Butter verteilt. Sie lädt das Publikum ein, davon zu kosten und an einer Verlosung teilzunehmen – zu gewinnen gibt es Lebensmittel im Wert eines Zehntels des eigenen Körpergewichts. Der Titel selbst spielt mit Wortbedeutungen und verweist im Französischen sowohl auf eine Parabel als auch auf Satellitenschüsseln.
Die Darsteller:innen, in goldener Unterwäsche gekleidet, vollführen übertriebene Aktionen: Sie stürzen sich gierig auf Essen, posieren wie Bodybuilder:innen, wickeln sich in Alufolie ein und entschuldigen sich für ihre Körper, die sie als „grenzüberschreitend“ beschreiben. Die Produktion enthält auch eine satirische Nachstellung der Abnehm-Show The Biggest Loser.
Die Performance taucht tief in persönliche Geschichten ein, darunter die eigenen Erfahrungen der Regisseurin als fette Person. Das Ensemble spricht über seine Wurzeln in den Pariser Banlieues, körperliche Gewalt, Essanfälle und körperliches Leid. Inspiriert von Octavia Butlers Roman Parabel vom Sämann (Parable of the Sower) untersucht das Stück den „Glaubenszauber“ in verschiedenen Lebensbereichen.
Mit schonungslosem Humor wirft die Inszenierung einen Blick auf gesellschaftliche Einstellungen zu Gewicht und Identität. Sie fordert das Publikum auf, sich mit den Realitäten von Menschen auseinanderzusetzen, die sich als fett identifizieren. La Parabole du Seum ist ein markanter Beitrag zum diesjährigen Festivalprogramm.






