30 January 2026, 19:19

Lünens Haushaltsentwurf 2026/2027: Sparen unter Aufsicht der Landesregierung

Eine Deutschlandkarte mit den Bundesländern von 2018 und 2002 in Gelb, Rot und Orange auf einem weißen Hintergrund mit Text.

Lünens Haushaltsentwurf 2026/2027: Sparen unter Aufsicht der Landesregierung

Lünens Stadtkämmerer Dr. André Jethon stellt Haushaltsentwurf für 2026/2027 vor

Am 29. Januar präsentierte Lünens Stadtkämmerer Dr. André Jethon dem Rat den Entwurf für den Haushalt 2026/2027. Der Plan entsteht in einer Phase anhaltender finanzieller Belastungen, unter denen viele deutsche Kommunen leiden – Lünen steht seit 2025 unter Haushaltssicherung und bleibt damit unter besonderer Aufsicht.

Ziel des Haushaltsentwurfs ist es, das im Jahr 2025 erreichte Konsolidierungsniveau zu halten. Zu den zentralen Maßnahmen zählen Erhöhungen der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer sowie eine Gewinnabführungsvereinbarung mit den städtischen Stadtwerken. Diese Schritte sollen Stabilität und Planungssicherheit in Zeiten anhaltender finanzieller Engpässe gewährleisten.

Die Haushaltsprobleme Lünens spiegeln einen bundesweiten Trend wider: Deutsche Städte und Gemeinden verzeichneten 2024 ein Rekorddefizit von rund 24 Milliarden Euro. Die Herausforderungen der Stadt resultieren aus steigenden Sozialausgaben, einem wachsenden Investitionsstau in die Infrastruktur, stagnierenden Steuereinnahmen sowie einer starken Abhängigkeit von Landeszuweisungen und Gewerbesteuern.

In seiner Ansprache an den Rat mahnte Dr. Jethon zu Verantwortungsbewusstsein und Pragmatismus bei den Haushaltsberatungen. Die Stadt müsse strenge Vorgaben einhalten, während sie gleichzeitig der Aufsicht der Landesregierung Nordrhein-Westfalens unterstehe, geführt von Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Der Haushalt 2026/2027 soll finanzielle Disziplin mit der Aufrechterhaltung essenzieller Leistungen in Einklang bringen. Wird der Entwurf verabschiedet, werden die Maßnahmen den finanziellen Kurs Lünens für die kommenden zwei Jahre prägen – stets im Einklang mit den landesweiten Vorgaben und mit Blick auf die langfristigen wirtschaftlichen Herausforderungen.