11 January 2026, 18:40

Mainzer Faschings-Legende setzt 2026 aus – kann der Humor gerettet werden?

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Bühne von den Wiesbadener Festspielen aus dem Jahr 1902, das Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt, einige mit Hüten und andere mit Umhängen, unter bunten Lichtern und Dekorationen, während das Publikum im Hintergrund jubelt und klatscht.

Mainzer Faschings-Legende setzt 2026 aus – kann der Humor gerettet werden?

Eine historische Mainzer Faschingsgesellschaft hat tiefgreifende Veränderungen für ihre Zukunft angekündigt. Der Närrische Stammtisch Allerscheenste, bekannt für seinen scharfen Dialekt-Humor und legendäre Faschings-Sitzungen, wird seine Aktivitäten 2026 aufgrund schrumpfender Mitgliederzahlen aussetzen. Nach 14 Jahren gibt Karin Junker den Vorsitz ab und übergibt das Amt an Holger Bartz, der nun vor der Herausforderung steht, die Gruppe neu zu beleben.

Gegründet 1986, entwickelte sich die Allerscheenste zu einer festen Größe in der Mainzer Faschings-Tradition. Die Gruppe wählte einen Clown als Symbol und machte sich mit ungeschöntem, schonungslosem Humor im lokalen Dialekt einen Namen. Jahrzehntelang fanden ihre Sitzungen im Keller der Augustinerstraße statt, wo die Redner ohne Bezahlung auftraten – ein Prinzip, das Bartz als zentralen Bestandteil der Vereinsphilosophie lobt.

1996 stiftete die Gesellschaft zudem den Aller-Allerscheenste-Preis, mit dem herausragende Persönlichkeiten der Mainzer Faschings-Szene geehrt werden. Doch 2025 gaben die Organisatoren bekannt, die Sitzungen vorerst einzustellen – Grund ist der Mangel an neuen, engagierten Mitgliedern. Die Pause wird das gesamte Jahr 2026 andauern, eine Wiederaufnahme ist frühestens zur Saison 2027 geplant. Bartz, der nun die Geschicke lenkt, hat sein Ziel klar formuliert: neue Mitglieder zu gewinnen und die Zukunft des Vereins zu sichern. Die regelmäßigen Treffen finden weiterhin alle drei Wochen im Augustinerkeller in der Mainzer Altstadt statt. Interessierte sind herzlich eingeladen, einfach vorbeizukommen.

2026 wird die Allerscheenste erstmals in ihrer 38-jährigen Geschichte verstummen. Die Pause soll genutzt werden, um den Mitgliederbestand aufzubauen und das Überleben der Gesellschaft zu sichern. Gelingt dies, könnten ihre Sitzungen – und mit ihnen der unverfälschte, kompromisslose Faschings-Humor – 2027 in alter Stärke zurückkehren.