15 March 2026, 08:18

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis 2022 – ein Symbol für den Widerstand in Belarus

Eine Gruppe von vier Personen auf einem roten Teppich, die lächeln und für ein Foto posieren, mit einem "Liberty Justice for All Awards"-Schild im Hintergrund.

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis 2022 – ein Symbol für den Widerstand in Belarus

Maria Kalesnikava, eine zentrale Figur der prodemokratischen Bewegung in Belarus im Jahr 2020, kam im Dezember 2025 nach mehr als fünf Jahren Haft frei. Ihre Entlassung erfolgte nach US-geführten Verhandlungen, und seitdem lebt sie unter politischem Asyl in Deutschland. In diesem Monat reiste sie nach Aachen, um den Karlspreis 2022 entgegenzunehmen – eine Auszeichnung, die die Debatte über Europas Haltung gegenüber autoritären Regimen neu entfachte.

Kalesnikavas Inhaftierung begann im September 2020, als sie während der Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko in Minsk festgenommen wurde. Ein Jahr später verurteilte ein Gericht sie in einem weitläufig als politisch motiviert kritisierten Verfahren zu elf Jahren Haft. Trotz internationaler Forderungen nach ihrer Freilassung blieb sie bis Dezember 2025 in Gefangenschaft, bis US-Vermittlung – darunter Bemühungen eines Sondergesandten der Trump-Regierung – ihre Entlassung zusammen mit anderen politischen Häftlingen erreichte.

Der seit 1950 verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich für die europäische Einigung und demokratische Werte einsetzen. 2022 ging die Auszeichnung an Kalesnikava und zwei weitere Oppositionelle für ihren Widerstand gegen Lukaschenkos Regime. Da sie die ursprüngliche Preisverleihung nicht besuchen konnte, nahm sie die Ehrung nun im März in Aachen entgegen. In ihrer Rede rief sie die europäischen Führungskräfte auf, harte Verhandlungen mit Autokraten zu führen, um die Freilassung der verbleibenden politischen Gefangenen zu erwirken.

Ihr Auftritt in Deutschland hat weltweit Aufmerksamkeit erregt und steht symbolisch für die Solidarität mit der demokratischen Bewegung in Belarus. Doch Stand März 2026 zeigt Lukaschenkos Regierung keine Anzeichen dafür, die Repressionen zu lockern oder in einen echten Dialog mit der Opposition einzutreten.

Kalesnikava lebt heute in Deutschland, wo sie sich weiterhin für die politischen Gefangenen in Belarus einsetzt, die noch immer inhaftiert sind. Die Preisverleihung in Aachen unterstrich die anhaltende Unterstützung Europas für demokratische Kräfte in der Region. Die politische Landschaft in Belarus jedoch bleibt unter Lukaschenkos Herrschaft unverändert.

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