Maria Kalesnikava erhält Karlspreis und kämpft weiter für ein freies Belarus
Egbert PeukertMaria Kalesnikava erhält Karlspreis und kämpft weiter für ein freies Belarus
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am Samstag in Aachen offiziell den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung, die ihr bereits vor vier Jahren während ihrer Haft zuerkannt wurde, würdigt ihren Einsatz für Demokratie in Belarus. Nun in Freiheit und in Deutschland lebend, sprach sie über ihre Hoffnungen für die Zukunft ihres Landes.
Der Karlspreis ehrt Verdienste um die europäische Einigung. Kalesnikava erhielt ihn zwar 2022, konnte ihn damals jedoch nicht entgegennehmen, da sie in Belarus inhaftiert war. Als sie im Gefängnis von der Auszeichnung erfuhr, sah sie darin eine kraftvolle Botschaft der Solidarität aus Europa.
Erst vor wenigen Monaten wurde sie freigelassen und genießt nun ihre Freiheit. Doch ihr Fokus bleibt auf jenen, die noch immer in Haft sitzen – darunter rund 1.400 politische Gefangene. Zu ihnen gehören Sjarhei Zichanouski, seit 2020 inhaftiert, und der Nobelpreisträger Ales Bjaljazki, der zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Über 100 Mitglieder der Menschenrechtsorganisation Wjasna befinden sich ebenfalls hinter Gittern.
Kalesnikava äußerte große Freude darüber, die Auszeichnung endlich persönlich entgegennehmen zu können. Doch sie betonte, dass die eigentliche Arbeit noch bevorstehe. Gemeinsam mit Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja setzt sie sich weiterhin für demokratischen Wandel ein. Sie rief die europäischen Regierungen auf, sowohl die im Exil lebenden Belarussen als auch diejenigen zu unterstützen, die im Land gegen das Regime kämpfen.
Ihr Glaube an ein demokratisches Belarus bleibt ungebrochen. Trotz aller Herausforderungen ist sie überzeugt, dass der Wandel kommen wird.
Der Karlspreis unterstreicht Kalesnikavas langen Kampf für die Menschenrechte. Nun in Deutschland will sie weiterhin für diejenigen kämpfen, die noch in Belarus inhaftiert sind. Ihre Botschaft an Europa ist klar: Eine kontinuierliche Unterstützung der Opposition ist entscheidend.