Massiver Führerscheinbetrug: 71 Fälle vor Gericht in Bielefeld
Klaus-Michael JopichMassiver Führerscheinbetrug: 71 Fälle vor Gericht in Bielefeld
Großer Prozess am Landgericht Bielefeld: 71 Fälle von mutmaßlichem Führerscheinbetrug
Vor dem Landgericht Bielefeld hat ein umfangreicher Prozess begonnen, in dem es um 71 Fälle von angeblichem Führerscheinbetrug geht. Die Staatsanwaltschaft wirft einer kriminellen Vereinigung vor, gegen Bezahlung Stellvertreter organisiert zu haben, die für andere die Theorieprüfungen abgelegt haben sollen. Das System lief laut Ermittlern von Februar 2022 bis Mitte 2025, bevor die Behörden einschritten.
Der Betrug flog im Rahmen einer separaten Untersuchung des Landgerichts Hannover auf. Fünf Personen aus Bielefeld und Werther stehen unter dem Verdacht, sich unter falscher Identität als Prüflinge ausgegeben zu haben. Sie sollen pro Prüfung zwischen 1.100 und 2.000 Euro verlangt und auf diese Weise insgesamt etwa 35.000 Euro eingenommen haben.
Laut Anklage konnten 14 der 71 Versuche vor ihrem Abschluss gestoppt werden. Die Gruppe soll gezielt Doppelgänger ausgewählt haben, um echte Prüfungskandidaten zu imitieren – die genauen Methoden sind jedoch noch unklar. Ein Angeklagter gilt als mutmaßlicher Drahtzieher des Netzwerks, andere müssen sich wegen gewerbsmäßigen Betrugs verantworten.
Einige der Beschuldigten sind bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestraft. Andere stehen noch in unrelateden Ermittlungsverfahren unter Beobachtung. Das Gericht hat acht Verhandlungstage angesetzt; das Verfahren soll voraussichtlich bis Ende Mai dauern. Bei einer Verurteilung drohen Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.
Im Prozess wird nun die Beweislage zu den 71 Betrugsfällen geprüft. Wie viele Prüfungen vor der Aufdeckung des Systems tatsächlich erfolgreich abgeschlossen wurden, haben die Behörden nicht bekannt gegeben. Für die Schuldigen könnte das Urteil langjährige Gefängnisstrafen zur Folge haben.






