Mehr Professorinnen in NRW – doch in Technik und Spitzengehältern hinkt Gleichstellung hinterher
Egbert PeukertImmer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - Mehr Professorinnen in NRW – doch in Technik und Spitzengehältern hinkt Gleichstellung hinterher
Frauenanteil in Spitzenpositionen der Wissenschaft in NRW steigt – doch Ungleichheiten bleiben
Der Anteil von Frauen in führenden akademischen Positionen in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist im vergangenen Jahrzehnt gewachsen. Trotz Fortschritten sind Professorinnen und Führungskräfte in vielen Fachbereichen jedoch weiterhin unterrepräsentiert. Aktuelle Zahlen zeigen sowohl Verbesserungen als auch anhaltende Lücken – sowohl zwischen den Disziplinen als auch bei den Gehaltsstufen.
2013 lag der Frauenanteil unter den Professoren in NRW bei nur 21,8 Prozent. Bis 2023 stieg dieser Wert auf 29,6 Prozent. Doch der Anstieg verlief nicht gleichmäßig über alle Fächer hinweg.
In den Geisteswissenschaften ist der Anteil mit 46,3 Prozent am höchsten – hier sind fast jede zweite Professur mit einer Frau besetzt. Deutlich dahinter liegt der Ingenieursbereich mit nur 17,7 Prozent. Auch in Wirtschaftswissenschaften (25,6 Prozent) und Rechtswissenschaft (27,2 Prozent) sind Frauen deutlich unterrepräsentiert.
Auf Führungsebene zeigt sich ein gemischtes Bild: 2013 waren lediglich 18,9 Prozent der Universitätspräsident:innen und Rektor:innen in NRW Frauen. Heute liegt dieser Wert bei 41,7 Prozent – und damit über dem Bundesschnitt von 35,1 Prozent. Aktuell werden 15 der 42 Hochschulen des Landes von einer Frau geleitet.
Doch weiterhin bestehen Herausforderungen, insbesondere in den höheren Besoldungsstufen. Die Daten zeigen: Je höher die Gehaltsgruppe, desto geringer der Frauenanteil unter den Professor:innen. Verantwortliche betonen, das Land müsse mehr tun, um die Leistungen herausragender Wissenschaftlerinnen stärker anzuerkennen und gezielt zu fördern.
Das letzte Jahrzehnt brachte einen stetigen Anstieg von Frauen in Professuren und Führungspositionen in NRW. Dennoch bleiben Unterschiede bestehen – vor allem in Fächern wie den Ingenieurwissenschaften und in den oberen Gehaltsstufen. Mit 15 von Frauen geführten Hochschulen liegt das Land zwar über dem bundesweiten Durchschnitt, doch weitere Anstrengungen sind nötig, um die verbleibenden Lücken zu schließen.