Moers bewahrt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft der Bürgermeisterin
Egbert PeukertMoers bewahrt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft der Bürgermeisterin
Bürgermeisterin Julia Zupancic hat offiziell die Schirmherrschaft über die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers übernommen. Die Bekanntgabe erfolgte während eines Treffens mit dem Vorstand des Vereins, bei dem sie ihre Unterstützung für die Bewahrung des jüdischen Erbes in der Stadt bekräftigte. Bei der Veranstaltung wurde zudem die neue Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" vorgestellt.
Vor der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Moers eine blühende jüdische Gemeinde, zu der Persönlichkeiten wie Dr. Hermann Bähr und Maria Djuk gehörten, die volle Bürgerrechte besaßen. Diese Gemeinschaft wurde durch Deportationen und Vernichtungspolitik fast vollständig zerstört – heute zeugen nur noch vereinzelte Überreste von ihr. Die Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" dokumentiert diese wenigen erhaltenen Spuren und beleuchtet die frühe Geschichte jüdischer Bewohner:innen in der Stadt.
Die Gesellschaft sei organisch gewachsen, betonte der evangelische Vorsitzende Martin Behnisch-Wittig. Er hob ihre besondere Rolle bei der Förderung des Dialogs und der Pflege bundesweiter Netzwerke hervor. Diese Verbindungen halfen dabei, die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille nach Moers zu bringen, die an Heinz Kremers und Nikolaus Schneider für ihr Engagement in den christlich-jüdischen Beziehungen verliehen wurde.
Bürgermeisterin Zupancic unterstrich ihr Bekenntnis, das Gedenken an das jüdische Leben wachzuhalten und Antisemitismus entgegenzutreten. Besonders wichtig sei ihr dabei die Einbindung junger Menschen – ein zentrales Anliegen der Gesellschaft. Regelmäßige Kooperationen mit Schulen sind Teil dieser Bemühungen, künftige Generationen zu sensibilisieren.
Die Broschüre ist ab sofort für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen in Moers erhältlich.
Das Treffen markierte den Beginn von Zupancics offizieller Schirmherrschaft über die Gesellschaft. Die neue Broschüre und die fortlaufende Bildungsarbeit sollen dazu beitragen, die jüdische Geschichte Moers' zu bewahren. Exemplare sind gegen eine kleine Gebühr in kommunalen Gebäuden vor Ort erhältlich.






