Münster steht vor der Wahl eines neuen Bischofs – Reformdruck wächst
Hans-Gerd JunkMünster steht vor der Wahl eines neuen Bischofs – Reformdruck wächst
Das Bistum Münster bereitet sich auf die Ernennung eines neuen Bischofs vor, nachdem Felix Genn im vergangenen Jahr zurückgetreten ist. Das Auswahlverfahren läuft bereits, wobei Papst Franziskus drei Kandidaten vorschlagen wird. Lokale Gruppen und Reformbewegungen fordern einen Oberhirten, der tiefgreifende Veränderungen im Bistum vorantreibt.
Felix Genn hatte 2023 aus Altersgründen sein Amt als Bischof von Münster niedergelegt. Seitdem leitet Antonius Hamers als Apostolischer Administrator die Übergangsphase und betont, der künftige Bischof solle als Brückenbauer innerhalb der Diözese wirken.
Das Domkapitel wird den neuen Bischof aus einer Dreierliste auswählen, die Papst Franziskus vorlegt. Der Gewählte wird anschließend Deutschlands mitgliederstärkstes Bistum führen. Die offizielle Amtseinführung ist etwa drei Monate nach der Entscheidung – voraussichtlich im Sommer – geplant.
Die Reforminitiative Maria 2.0 fordert, der nächste Bischof solle die Stärkung der Frauenrechte und konkrete Reformen priorisieren. Gleichzeitig mahnte Ulrike Overkamp von der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, die Kirche müsse die Unterstützung für Betroffene vereinfachen. Das Bistum Münster hat zwar Fortschritte bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen erzielt – etwa durch unabhängige Untersuchungen und Transparenzmaßnahmen –, doch Kritiker bemängeln, dass die Reformen langsamer vorankommen als in Bistümern wie Köln oder Berlin.
Die Bekanntgabe des neuen Bischofs wird vor Ostern erwartet.
Der künftige Bischof übernimmt ein Bistum, das für seine progressive Haltung in der Missbrauchsaufarbeitung bekannt ist. Seine Führung wird maßgeblich prägen, wie Münster auf die anhaltenden Forderungen nach institutionellem Wandel reagiert. Mit der Auswahl und Amtseinführung bis zum Sommer endet die Übergangsphase unter Hamers.






