10 June 2026, 16:24

Nadav Lapid zieht sich nach Boykott-Druck vom FID Marseille zurück

Natalie Portman, Justine Triet und Jacques Audiard verteidigen den israelischen Regisseur Nadav Lapid: 'Der kulturelle Boykott ist ein intellektuelles Versagen'

Nadav Lapid zieht sich nach Boykott-Druck vom FID Marseille zurück

Der israelische Regisseur Nadav Lapid hat sich nach einer Kampagne des Drucks vom internationalen Filmfestival FID Marseille zurückgezogen. Der Schritt folgt einem Boykott von etwa zehn Filmemachern und einer breiteren Debatte über kulturelle Ausgrenzung. Über 350 Branchenvertreter, darunter Natalie Portman und Justine Triet, haben sich öffentlich hinter ihn gestellt.

Lapid war ursprünglich als Jurymitglied zum Festival eingeladen worden. Doch seine politischen Ansichten und seine Kritik an der Regierung von Benjamin Netanyahu lösten Kontroversen aus. Rund zehn Filmemacher zogen ihre Beiträge aus Protest zurück, was ihn schließlich dazu zwang, seinen Rückzug zu erklären, um weitere Verwerfungen zu vermeiden.

In Reaktion darauf verurteilten zwei Gastbeiträge in der Le Monde den Boykott. Einer bezeichnete ihn als „Einschüchterungskampagne“ und hinterfragte die dahinterstehenden Gründe. Ein weiterer argumentierte, Lapids Rückzug solle „uns aufrütteln und über diese Absurdität hinaus mobilisieren“, und plädierte für Dialog statt Ausgrenzung.

In einem offenen Brief, unterzeichnet von prominenten Persönlichkeiten wie Jacques Audiard, wurde der Boykott kategorisch abgelehnt. Lapid selbst warnte davor, dass solche Aktionen eine abschreckende Wirkung auf Kultureinrichtungen haben könnten. Sein jüngster Film Yes wurde von Variety als „scharfe Abrechnung mit dem israelischen Nationalismus“ gefeiert.

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Lapid lebt seit 2021 in selbstgewähltem Exil in Frankreich. Trotz seiner Zustimmung zum Rückzug äußerte er Frustration über den wachsenden Druck und die weiteren Konsequenzen für die künstlerische Freiheit. Der Boykott spaltet die Filmbranche – viele prominente Stimmen solidarisieren sich mit Lapid. Sein Rückzug vom Festival unterstreicht die zunehmenden Spannungen zwischen politischem Aktivismus und kultureller Teilhabe. Die Debatte über seine Ausgrenzung hält die Diskussionen über künstlerische Freiheit und institutionelle Neutralität weiter am Laufen.

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