Neue Plattform Amudim soll Antisemitismus an Schulen in NRW bekämpfen

Egbert Peukert
Egbert Peukert
2 Min.
Ein Plakat mit dem Titel "Mangel an Bildung: Der bösartige Kreis" mit chaotischen, unordentlichen Bildern von verschiedenen Menschen, die die Schwere der Bildungsungleichheit betonen.Egbert Peukert

Lehrer sollten entschiedener gegen Antisemitismus in Schulen vorgehen - Neue Plattform Amudim soll Antisemitismus an Schulen in NRW bekämpfen

Antisemitismus an Schulen in Nordrhein-Westfalen wird zunehmend zum Problem. Als Reaktion darauf ist nun die digitale Plattform Amudim gestartet, die Lehrern helfen soll, das Thema im Unterricht und auf dem Schulhof zu behandeln. Das Tool bietet Leitlinien, um antisemitisches Verhalten zu erkennen und dagegen vorzugehen.

Die Plattform Amudim entstand in Zusammenarbeit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, der Antisemitismus-Beratungsstelle Sabra und dem Bildungsministerium des Landes. Sie stattet Lehrkräfte mit Materialien aus, um antisemitische Codes, Symbole und Alltagssituationen zu identifizieren – etwa Witze, Klischees oder subtile Formen der Diskriminierung. Zudem liefert die Plattform historischen Kontext, Erklärungen zu modernem Antisemitismus und praktische Unterrichtshilfen für den Umgang mit Vorfällen.

Schulen sind nun verpflichtet, die Schwere jedes Einzelfalls zu bewerten und schwere Vorfälle den Strafverfolgungsbehörden zu melden. Die Initiative ist Teil einer umfassenderen Strategie Nordrhein-Westfalens, um den wachsenden Antisemitismus im Bildungsbereich einzudämmen. Die offiziellen Zahlen für 2024 verzeichnen 940 antisemitische Vorfälle im Land – ein Anstieg um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Während die Plattform akute Herausforderungen im Schulalltag angeht, bleiben umfassende Daten zu antisemitischen Vorfällen begrenzt. Das Forschungs- und Informationszentrum Antisemitismus Nordrhein-Westfalen hat noch keine vollständigen Statistiken für 2023 oder Vergleiche mit anderen Bundesländern veröffentlicht.

Die Einführung von Amudim unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf gegen Antisemitismus an Schulen. Lehrkräfte erhalten nun spezialisierte Werkzeuge, um Hassrede und Diskriminierung zu erkennen und zu bekämpfen. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiter, während die Fallzahlen in der Region steigen.

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