Nobelpreisträger kämpfen für Latein an Österreichs Schulen – und eine Oper feiert Triumph
Hans-Gerd JunkNobelpreisträger kämpfen für Latein an Österreichs Schulen – und eine Oper feiert Triumph
Prominente Petition für den Erhalt des Lateinunterrichts in österreichischen Schulen
Eine vielbeachtete Petition fordert den Schutz des Lateinunterrichts an österreichischen Schulen. Unterstützt von drei Nobelpreisträgern, richtet sie sich an die Bildungsministerin mit der Forderung, das Fach im Lehrplan zu verankern. Die Kampagne stößt bereits jetzt auf breite Zustimmung aus Literatur, Wissenschaft und Politik.
Die unter dem Titel "Latein ist kein Luxus – es ist Bildung" gestartete Initiative wurde früh von den Nobelpreisträgern Elfriede Jelinek, Peter Handke und Anton Zeilinger unterzeichnet. Weitere prominente Unterstützer sind der ehemalige österreichische Bundespräsident Heinz Fischer, der Literaturwissenschaftler Herbert Zeman und der Onkologe Christoph Zielinski. Auch Schüler aus dem Wahlkreis der Ministerin haben sich der Forderung angeschlossen.
Hintergrund der Aktion sind mögliche Kürzungen im Lateinunterricht. Die Befürworter betonen, dass die Sprache nach wie vor von zentraler Bedeutung für Bildung, Kultur und geistige Tradition sei. Die Unterschriften werden auf aufstehn.at gesammelt, um die Ministerin zum Umdenken zu bewegen.
Kultureller Höhepunkt in Hamburg: Uraufführung von "Monsters Paradise"
Unterdessen feierte in Hamburg ein anderes kulturelles Großereignis Premiere: "Monsters Paradise", eine opernhafte Groteske der Komponistin Olga Neuwirth und der Schriftstellerin Elfriede Jelinek, wurde an der Staatsoper uraufgeführt. Unter der Regie von Tobias Kratzer und mit Bühnenbildern von Rainer Sellmaier wirkte die Pianistin Elisabeth Leonskaja mit, die Schuberts "Fantasie in f-Moll" interpretierte. Die "Vampirinen" der Oper wurden von Sarah Defrise, Sylvie Rohrer, Kristina Stanek und Ruth Rosenfeld verkörpert, deren Masken in fotorealistischer Präzision gestaltet waren.
Besonders hervorgehoben wurde der Bariton Georg Nigl, der für seine Leistung den "Österreichischen Musiktheaterpreis 2025" als "Sänger des Jahres" erhielt. Die Premiere erntete begeisterte Reaktionen und festigte Neuwirths und Jelineks Ruf für mutige, grenzenüberschreitende Kunst.
Während die Petition weiter an Fahrt aufnimmt – mit Unterschriften von Schülern, Nobelpreisträgern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens –, könnte ihr Erfolg darüber entscheiden, ob Latein ein fester Bestandteil des österreichischen Bildungssystems bleibt. In der Kunstwelt hat "Monsters Paradise" bereits Spuren hinterlassen und beweist einmal mehr die anhaltende Kraft kreativer Zusammenarbeit.