NRW setzt auf Wasserstoffimporte, um die Versorgung bis 2045 zu sichern
Martina SieringNRW setzt auf Wasserstoffimporte, um die Versorgung bis 2045 zu sichern
Nordrhein-Westfalen wird seinen steigenden Wasserstoffbedarf bis 2045 nicht allein durch heimische Produktion decken können. Eine neue Studie der Initiative IN4climate.NRW unterstreicht die Notwendigkeit von Importen, um die Versorgungslücke zu schließen. Die Untersuchung soll Industrieunternehmen, Kommunen und weiteren Akteuren als Leitfaden dienen, um zuverlässige Wasserstofflieferungen zu sichern.
Der Bedarf an klimaneutralem Wasserstoff in Nordrhein-Westfalen wird bis 2045 stark ansteigen. Treibende Kräfte sind vor allem die energieintensive Grundstoffindustrie, der Mittelstand sowie der Energiesektor. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die inländische Produktion den Bedarf nicht decken kann.
Als zentrale Lösungen gelten Importe über Pipelines oder per Schiff. Als besonders effizient werden Pipeline-Routen aus den Niederlanden, der Iberischen Halbinsel oder Skandinavien eingestuft. Auch schiffbasierte Importe aus entfernteren Regionen wie Brasilien könnten eine Rolle spielen, um die Versorgung zu diversifizieren.
Vergleiche der Kosten zeigen, dass die verschiedenen Importwege ähnlich hohe Gesamtausgaben verursachen. Die Preisdifferenzen zwischen den Optionen dürften sich mit der Marktreife verringern. Grüner Ammoniak wird als kurzfristige Alternative zu grauem Ammoniak vorgeschlagen, der entweder direkt als Brennstoff genutzt oder zurück in Wasserstoff umgewandelt werden kann.
Die Studie liefert eine Roadmap für Wasserstoffimporte, um den zukünftigen Bedarf Nordrhein-Westfalens zu decken. Sie bietet Industrie und Kommunen Ansätze, um kritische Abhängigkeiten zu verringern. Diversifizierte Importstrategien und kosteneffiziente Lösungen werden entscheidend sein, um die klimaneutralen Wasserstoffziele der Region zu erreichen.
