NRW setzt Verbot für schmutzige Holzöfen nicht durch – trotz bundesweiter Frist
Egbert PeukertNRW setzt Verbot für schmutzige Holzöfen nicht durch – trotz bundesweiter Frist
Verbot für alte, stark emittierende Holzöfen: Inkraftgetreten – doch in NRW fehlt die Umsetzung
Seit diesem Jahr gilt in ganz Deutschland ein Verbot für alte, besonders schadstoffreiche Holzöfen. Betroffen sind Heizgeräte, die die gesetzlichen Grenzwerte für Luftverschmutzung überschreiten. Doch in Nordrhein-Westfalen (NRW) bleibt unklar, wie die Regelung durchgesetzt werden soll. Ohne klare rechtliche Grundlagen könnten viele Haushalte ihre nicht konformen Öfen weiter betreiben – ohne Konsequenzen zu befürchten.
Die Bundesregierung hatte den schrittweisen Ausstieg bereits 2010 mit der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung eingeleitet. Als Stichtag für den Austausch alter Öfen wurde der 31. Dezember 2024 festgelegt. NRW hat jedoch bis heute weder einen offiziellen Erlass noch eine verbindliche Weisung zur Umsetzung vorgelegt.
Thomas Mücher, Gründer der Umweltinitiative Luft Köln, hat ältere Modelle getestet und festgestellt, dass diese bis zu 28 Gramm Feinstaub pro Stunde ausstoßen können. Moderne Öfen emittieren zwar deutlich weniger, doch der private Holzofenbetrieb trägt nach wie vor maßgeblich zur Luftverschmutzung bei. Trotz technischer Fortschritte warnen Kritiker, dass die Verzögerungen bei der Umsetzung die Luftqualität in den Städten weiter verschlechtern könnten.
NRW-Umweltminister Oliver Krischer kündigte kürzlich an, dass Schornsteinfeger ab Januar 2026 verpflichtet sein sollen, nicht konforme Öfen zu melden. Angesichts des nahenden Winters kommt das Verbot jedoch zu spät, um in dieser Heizperiode noch Wirkung zu zeigen. Rheinland-Pfalz hingegen verfügt seit 2018 über eine funktionierende Richtlinie, die Behörden ermächtigt, gegen umweltschädliche Öfen vorzugehen.
Nach den neuen Vorschriften drohen Haushalten, die nach der Frist verbotene Öfen weiterbetreiben, Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Doch ohne konkreten Umsetzungsplan könnte NRW mit einer Flut von Meldungen und möglichen Klagen überfordert sein.
Das Verbot für schmutzige Holzöfen ist zwar in Kraft – doch NRW fehlen die Instrumente zur Kontrolle. Erst 2026 sollen Schornsteinfeger Verstöße melden, während die Luftqualität in diesem Winter auf der Strecke bleibt. Bis dahin könnten nicht konforme Öfen weiterlaufen – ohne dass Betreiber mit Sanktionen rechnen müssen.






