NRW verschärft Steuerregeln: Influencer müssen jetzt alle Einnahmen offenlegen
Hans-Gerd JunkNRW verschärft Steuerregeln: Influencer müssen jetzt alle Einnahmen offenlegen
Influencer in Nordrhein-Westfalen müssen mit strengeren Steuerregeln rechnen – Behörden gehen gegen undeklarierte Einnahmen vor
Wer in Nordrhein-Westfalen mit Content-Erstellung Geld verdient, muss sich künftig als Unternehmen registrieren und sämtliche Einnahmen versteuern – inklusive Geschenke und kostenlose Leistungen. Steuerprüfungen laufen bereits, landesweit stehen Tausende Influencer unter Beobachtung.
In Nordrhein-Westfalen gilt: Wer mit Social Media Einnahmen erzielt, muss die Steuerpflichten erfüllen. Das bedeutet in der Regel eine Gewerbeanmeldung, sofern keine Tätigkeit als "freier Beruf" vorliegt. Entscheidend ist dabei die Absicht, mehr einzunehmen als auszugeben.
Die Einkommensteuererklärung ist bis zum 31. Juli des Folgejahres fällig – bei Steuerberatern verlängern sich die Fristen. Zu versteuern sind alle Einnahmen, von Markenkooperationen und Merchandise-Verkäufen bis hin zu Provisionen aus Affiliate-Programmen. Selbst Sachleistungen wie kostenlose Produkte oder bezahlte Erlebnisse zählen als steuerpflichtiges Einkommen und werden mit ihrem üblichen Markt- oder Verkaufswert bewertet.
Abzugsfähige Ausgaben – etwa für Equipment, Reisen oder Produktionskosten – können die Steuerlast mindern. Allerdings müssen Belege und Finanzunterlagen für mögliche Prüfungen aufbewahrt werden. Unternehmen mit einem Gewinn unter 24.500 Euro sind von der Gewerbesteuer befreit, doch Einkommensteuer oder Mehrwertsteuer können trotzdem anfallen.
Die deutschen Finanzbehörden prüfen derzeit bundesweit rund 60.000 Influencer für den Zeitraum 2024–2025. Das potenzielle Steueraufkommen beläuft sich auf etwa 1,4 Milliarden Euro, wobei Nordrhein-Westfalen und Bayern die Ermittlungen anführen. Allein in NRW stehen über 7.000 Influencer unter besonderer Beobachtung.
Die Verschärfung bedeutet: Influencer müssen alle Einnahmen und Ausgaben akribisch dokumentieren. Bei Verstößen drohen Strafzahlungen oder Nachforderungen. Die Behörden betonen, dass auch nicht-monetäre Vorteile als Einkünfte zu deklarieren sind.






