NRW verzeichnet historischen Tiefstand bei abgeschlossenen Berufsausbildungen 2023
Klaus-Michael JopichAnzahl der bestandenen Lehrabschlussprüfungen erreicht neuen Tiefstand - NRW verzeichnet historischen Tiefstand bei abgeschlossenen Berufsausbildungen 2023
Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2023 die niedrigste Zahl abgeschlossener Berufsausbildungen seit Beginn der Aufzeichnungen. Nur 85.800 Auszubildende bestanden ihre Abschlussprüfungen – ein Rückgang um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich ein langjähriger Trend sinkender Zahlen fort, der bereits seit einem Jahrzehnt zu beobachten ist.
Noch im Jahr 2014 hatten in der Region 108.100 Prüflinge ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, doch bis 2023 sank diese Zahl auf 85.800. Besonders stark fiel der Rückgang während der COVID-19-Pandemie aus, als deutlich weniger neue Ausbildungsverträge unterzeichnet wurden. Trotz der geringeren Teilnehmerzahl blieb die Bestehensquote mit 88 Prozent stabil und entspricht damit den Vorjahren.
Doch die Probleme beschränken sich nicht auf die Abschlusszahlen. Allein 2024 brachen über 37.100 Auszubildende ihre Lehre vorzeitig ab oder wechselten den Betrieb – der höchste Wert seit zehn Jahren. Die Daten unterstreichen die anhaltende Instabilität in der beruflichen Ausbildung des Landes.
Vergleichbare Zahlen für andere Bundesländer liegen für denselben Zeitraum nicht vor.
Der Rückgang bei den abgeschlossenen Ausbildungen ist sowohl auf die Pandemie-Folgen als auch auf tiefgreifendere strukturelle Probleme zurückzuführen. Angesichts steigender Abbrecherquoten deutet der Trend auf wachsende Schwierigkeiten hin, Auszubildende langfristig zu halten. Die Verantwortlichen stehen nun vor der Aufgabe, diese Herausforderungen zu bewältigen, um die berufliche Ausbildung in der Region zu stabilisieren.






