Nubbel brennt: Kölner Karneval endet mit feurigem Ritual und Fastenzeit-Beginn
Klaus-Michael JopichNubbel-Verbrennung markiert Ende des Straßenkarnevals in Köln - Nubbel brennt: Kölner Karneval endet mit feurigem Ritual und Fastenzeit-Beginn
Kölner Karneval endet offiziell mit der Verbrennung des Nubbels
Mit der Verbrennung des Nubbels ist die Kölner Karnevalssaison offiziell zu Ende gegangen. Das traditionelle Ritual fand am Dienstagabend statt und zog Scharen von Zuschauern in die Stadtteile. Dieser feurige Abschied leitet die Fastenzeit ein und beendet Tage voller Umzüge, Kostüme und ausgelassener Feiern.
Der Nubbel, eine mit Stroh gefüllte Puppe in teuflischer Gestalt, hing während des Karnevals über den Türen vieler Kneipen. Er verkörpert die Sünden und Ausschweifungen der Saison und dient der Gemeinschaft als Sündenbock für alle Verfehlungen. Bevor er verbrannt wird, beschimpfen die Jecken den Nubbel und machen ihn für ihr gesamtes Unglück und alle Streiche verantwortlich.
Die Tradition reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück und hat ihren Ursprung in älteren heidnischen Wintersonnenwendfeuern, die das Verbrennen böser Geister symbolisierten. Ursprünglich ein kleines, lokales Brauchtum in südlichen Stadtteilen wie Rodenkirchen und Poll, entwickelte es sich zu einem großen öffentlichen Ereignis. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden aus Sicherheitsgründen zwar einige Regeln angepasst, doch der Kern der Zeremonie blieb erhalten: eine kathartische Reinigung vor der Fastenzeit.
In Düsseldorf verabschieden sich die Karnevalsfans am Aschermittwoch auf ihre eigene Weise. Ihr Symbol, der Hoppeditz, wird in einem feierlichen Trauerzug durch die Straßen getragen, bevor er ebenfalls in Flammen aufgeht. Anders als der Nubbel wird dem Hoppeditz jedoch eine symbolische Auferstehung am 11. November versprochen – wenn die nächste Karnevalssaison beginnt.
Mit dem Nubbel, der nun zu Asche zerfallen ist, kehrt in Köln der Alltag auf die Straßen zurück. Die Mischung aus Humor, Tradition und Besinnung sichert dem Ritual seinen festen Platz im städtischen Kalender. Derweil wartet Düsseldorfs Hoppeditz im Hintergrund, bereit, später im Jahr wieder aufzutauchen.






