Oelde baut Wohngebiet Weitkamp II trotz Grundwasser-Herausforderungen und enger Platzverhältnisse
Hans-Gerd JunkOelde baut Wohngebiet Weitkamp II trotz Grundwasser-Herausforderungen und enger Platzverhältnisse
Im April 2024 begannen die Bauarbeiten für das Wohngebiet Weitkamp II in Oelde, die voraussichtlich bis Mitte 2025 abgeschlossen werden. Das Projekt erweitert das bestehende Viertel Weitkamp I um etwa zehn Hektar und schafft dabei 109 neue Wohneinheiten. Herausforderungen sind der hohe Grundwasserspiegel und der begrenzte Platz für die unterirdische Infrastruktur, was präzise Planung und spezielle Baumaterialien erfordert.
Das neue Viertel wird eine Mischung aus Doppelhäusern, Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern umfassen. Für die Entwässerung setzt die Stadt auf ein Trennsystem für Schmutz- und Regenwasser, wobei PVC-U-Rohre des Herstellers Pipelife zum Einsatz kommen. Die Regenwasserleitungen mit Durchmessern von 315 bis 630 Millimetern erstrecken sich über 1.660 Meter, während 1.475 Meter Abwasserrohre mit 200 Millimetern Durchmesser das Schmutzwasser ableiten.
Da der Grundwasserspiegel an manchen Stellen nur 80 Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt, gestaltet sich die Verlegung der Leitungen besonders anspruchsvoll. Als Lösung wird der nördliche Bereich des Geländes aufgeschüttet, sodass die Straßen auf Dämmen verlaufen und die Rohre ausreichend überdeckt sind. Zudem sind die Straßen mit nur 8,5 Metern Breite sehr schmal, müssen aber Platz für mehrere Versorgungsleitungen bieten. Auch die Gefälleanforderungen der beiden Entwässerungssysteme unterscheiden sich: Während Abwasserrohre ein Gefälle von 3,5 bis 4 Promille benötigen, reichen bei den Regenwasserleitungen 2 Promille aus. Die Planung zielt darauf ab, technische Anforderungen mit den geologischen Gegebenheiten des tief liegenden Gebiets in Einklang zu bringen.
Nach Fertigstellung wird Weitkamp II den Wohnungsbestand in Oelde um 109 Einheiten erweitern. Die gewählten Lösungen für Entwässerung und Straßenbau tragen sowohl dem hohen Grundwasserspiegel als auch den räumlichen Einschränkungen Rechnung. Die Fertigstellung ist für Mitte 2025 vorgesehen – bis dahin soll die gesamte unterirdische Infrastruktur verlegt sein.