Rheinmetall übernimmt kroatischen Robotik-Spezialisten DOK-ING für autonome Waffensysteme
Martina SieringRheinmetall übernimmt kroatischen Robotik-Spezialisten DOK-ING für autonome Waffensysteme
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat eine Mehrheitsbeteiligung an dem kroatischen Robotikunternehmen DOK-ING erworben. Der Deal im Umfang von 51 Prozent des Unternehmens zielt darauf ab, Rheinmetalls Fähigkeiten im Bereich autonomer Waffensysteme auszubauen. Gleichzeitig unterstreicht er Kroatiens wachsende Rolle als wichtiger Partner innerhalb der NATO und der EU.
In der vergangenen Woche war der Aktienkurs von Rheinmetall um etwa 6,5 Prozent auf 1.557,50 Euro gefallen. Trotz dieses Rückgangs hat sich der Wert der Aktie im vergangenen Jahr jedoch um über 30 Prozent erhöht – ein Zeichen für die starke Nachfrage im Verteidigungssektor.
Die Übernahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem NATO-Mitglieder den Ausbau autonomer Waffentechnologien vorantreiben. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 haben die Erfahrungen mit Drohnenkriegen die Entwicklung beschleunigt. Projekte wie die Initiative CUGS der Europäischen Verteidigungsagentur treiben nun unbemannte Bodensysteme (UGVs) für Panzerabwehreinsätze voran. Auf der Enforce Tac 2026 präsentierte MBDA das System ENFORCER x GEREON und demonstrierte, wie solche Technologien die moderne Kriegsführung verändern könnten.
Mit dem Schritt schließt Rheinmetall eine Lücke in seinem Portfolio, insbesondere bei unbemannten Unterstützungssystemen. So umfasst das Wingman-Projekt des Konzerns etwa autonome Begleitfahrzeuge, die Hauptkampfpanzer bei der Aufklärung und Feuerunterstützung unterstützen sollen. Die DOK-ING-Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der regulatorischen Genehmigung, passt jedoch perfekt zu Rheinmetalls Fokus auf Verteidigung und autonome Innovation.
Die Partnerschaft wird zudem ein neues Kompetenzzentrum für autonome Systeme in Kroatien etablieren. Dies festigt die Position des Landes als strategischer Knotenpunkt für NATO- und EU-Verteidigungsbemühungen, insbesondere an der Ostflanke. Während das allgemeine NATO-Interesse an solcher Technologie offensichtlich ist, bleiben Kroatiens konkrete strategische Anpassungen in öffentlich zugänglichen Quellen vage.
Analysten weisen darauf hin, dass Rheinmetalls starker Auftragsbestand und steigende Verteidigungsbudgets nahelegen, dass der jüngste Kursrückgang lediglich eine kurzfristige Korrektur sein könnte. Die langfristige Entwicklung des Unternehmens bleibt positiv, getrieben durch wachsende Investitionen in die militärische Modernisierung.
Die Übernahme stärkt Rheinmetalls Position im Bereich autonomer Kriegsführung und positioniert Kroatien als aufstrebenden Akteur in der Verteidigungstechnologie. Mit der regulatorischen Genehmigung wird die 51-Prozent-Beteiligung finalisiert, sodass beide Unternehmen die Entwicklung unbemannter Systeme für militärische Zwecke vorantreiben können. Die Aktienperformance von Rheinmetall spiegelt dabei die allgemeinen Trends bei den Verteidigungsausgaben wider – trotz des Rückgangs in der vergangenen Woche.






