16 February 2026, 17:16

Rosenmontagsumzüge in Köln und Düsseldorf: Satire trifft auf Rekordmassen

Eine Person in einem langen, wallenden Kleid und Hut steht in einem Feld hoher Gräser unter einem klaren blauen Himmel, mit der Schrift "Bohemian Festival" in fetter, weißer Schrift drumherum.

So prächtig und politisch war der Karneval schon lange nicht mehr - Rosenmontagsumzüge in Köln und Düsseldorf: Satire trifft auf Rekordmassen

Die Rosenmontagsumzüge haben die Straßen von Köln und Düsseldorf übernommen und ziehen zur Hochphase der Karnevalssaison riesige Menschenmassen an. Die diesjährigen Motivwagen boten scharfe politische Satire und nahmen dabei Weltpolitiker sowie umstrittene Persönlichkeiten aufs Korn. Schaulustige säumten die Routen, um das Spektakel zu erleben – eine langjährige Tradition im Rheinland.

Höhepunkt der Feierlichkeiten waren die aufwendig gestalteten Umzugswagen, die über Monate hinweg entworfen wurden, um aktuelle Ereignisse auf die Schippe zu nehmen. In Düsseldorf tauchte der russische Präsident Putin auf mehreren Wagen auf, während der US-Präsident Trump, Bundeskanzler Friedrich Merz und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf einem Dinosaurier aus fossilen Brennstoffen reitend dargestellt wurden. Auch das iranische Mullah-Regime und die AfD mussten sich Kritik gefallen lassen. Viele Wagen zeigten sich solidarisch mit dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly, der in Moskau wegen angeblicher Beleidigung russischer Staatsorgane mit rechtlichen Konsequenzen rechnen muss.

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Die Umzüge verbanden Humor mit beißendem Kommentar zu globalen Themen. Kölns Zug folgte dem Ton Düsseldorfs mit satirischen Spitzen gegen Politiker und gesellschaftliche Missstände. Hunderttausende Zuschauer füllten die Straßen – einige kostümiert, andere einfach nur genießend die lebendige Atmosphäre.

Der Rosenmontag bleibt der Höhepunkt des rheinischen Karnevals und verbindet jahrhundertealte Tradition mit moderner Satire. Für viele Einheimische ist der Besuch ein jährliches Ritual, ob zum Anfeuern der Wagen, zum Mitfeiern oder einfach zum gemeinsamen Erleben des Spektakels mit Familie und Freunden.

Die Rosenmontagsumzüge 2026 bewiesen erneut ihre Rolle als Plattform für politische Kritik, eingebettet in ein Fest. Mit Rekordbesucherzahlen und kühnen satirischen Themen festigten die Veranstaltungen ihren Platz als kulturelles Fundament in Köln und Düsseldorf. Rechtliche Herausforderungen gegen Wagenbauer wie Jacques Tilly könnten künftige Ausgaben des Festivals prägen.