11 April 2026, 04:19

Rückgang bei Ausbildungsverträgen im Mittleren Niederrhein alarmiert Unternehmen

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrikhalle mit Arbeitern an Maschinen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, beschriftet mit "Neue Eisengießerei, die erste Fabrik Deutschlands" unten.

Rückgang bei Ausbildungsverträgen im Mittleren Niederrhein alarmiert Unternehmen

Ausbildungsverträge im Mittleren Niederrhein gehen zurück

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Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in der Region Mittlerer Niederrhein ist in diesem Jahr gesunken. Bis Ende Oktober verzeichnete die Industrie- und Handelskammer (IHK) 3.538 abgeschlossene Verträge – ein Rückgang um 6,48 Prozent im Vergleich zu 2023. Obwohl Unternehmen weiterhin händeringend nach Fachkräften suchen, entscheiden sich immer weniger junge Menschen für eine Berufsausbildung.

Die Entwicklung fällt je nach Standort unterschiedlich aus: In Krefeld gab es mit 964 neuen Verträgen nur einen leichten Rückgang um 0,52 Prozent. Im Kreis Viersen hingegen brach die Zahl der Ausbildungsverträge um 11,94 Prozent ein – hier wurden lediglich 612 Verträge unterzeichnet. Besonders gefragt waren Ausbildungsberufe wie Kaufmann/-frau für Büromanagement, Chemikant/-in und Verkäufer/-in im Einzelhandel.

Experten verweisen auf eine wachsende Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Hasan Klauser, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, beschreibt den Markt als bewerberorientiert: Es gebe mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Die Lage könnte sich 2026 weiter verschärfen, wenn Nordrhein-Westfalen zur neunjährigen Gymnasialzeit (G9) zurückkehrt und in diesem Jahr keine Abiturienten den Schulabschluss machen.

Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, warnt, dass Unternehmen, die auf Abiturienten als Auszubildende setzen, mit einem deutlichen Bewerberrückgang rechnen müssen. Um gegenzusteuern, werben die IHK, die Kreishandwerkerschaft und die Bundesagentur für Arbeit verstärkt für die duale Ausbildung. Betriebliche Ausbildungsprogramme bleiben für Unternehmen der effektivste Weg, um qualifizierten Nachwuchs aufzubauen.

Der Ausbildungsmarkt in der Region schrumpft – und ohne Gegenmaßnahmen könnte sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen, insbesondere da künftig weniger Schulabgänger auf den Arbeitsmarkt drängen. Arbeitgeber und Bildungsträger setzen daher weiter auf eine stärkere Gewinnung junger Menschen für die berufliche Ausbildung.

Quelle