Ruhrfestspiele starten mit bewegendem Flüchtlingsdrama aus dem Iran – doch das Ensemble fehlt noch
Klaus-Michael JopichRuhr Festival Beginnen mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele starten mit bewegendem Flüchtlingsdrama aus dem Iran – doch das Ensemble fehlt noch
Die Ruhrfestspiele in Recklinghausen eröffnen in diesem Jahr mit einem packenden Flüchtlingsdrama aus dem Iran.Das Kind, ein Stück der Dramatikerin Naghmeh Samini, erzählt die Geschichte von drei Frauen und einem Kind, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Die Inszenierung ist die erste persischsprachige Produktion in der Geschichte des Festivals und wird mit deutschen und englischen Untertiteln gezeigt.
Die Ruhrfestspiele finden vom 1. Mai bis zum 13. Juni statt und beginnen traditionell mit den Maifeierlichkeiten. Wegen anhaltender Sanierungsarbeiten im Großen Haus werden alle Vorstellungen in einem provisorischen Festzelt mit fast 500 Plätzen stattfinden. Das diesjährige Motto "Schock und Staunen" verspricht mutige und zum Nachdenken anregende Aufführungen.
Das Ensemble von Das Kind besteht aus acht iranischen Schauspielern, die derzeit mit Reisehindernissen kämpfen. Festivalleiter Olaf Kröck koordiniert die Vorbereitungen per WhatsApp und hat die Unterstützung des Auswärtigen Amts angefordert, um die Ankunft der Gruppe zu ermöglichen. Ohne das Ensemble kann die Produktion nicht stattfinden – eine Absage wäre selbst eine deutliche Botschaft.
Saminis Stück thematisiert Vertreibung und Widerstandskraft und bietet eine seltene, iranische Perspektive auf Migration. Die Entscheidung, das Festival mit diesem Werk zu eröffnen, unterstreicht das Engagement für vielfältige Stimmen und drängende gesellschaftliche Fragen.
Gelingt es dem iranischen Ensemble, nach Recklinghausen zu reisen, wird Das Kind wie geplant im Festzelt Premiere feiern. Über das Schicksal der Produktion entscheiden nun diplomatische Bemühungen und Reisebedingungen. Egal, ob die Aufführung stattfindet oder nicht – beide Szenarien werden die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen lenken, vor denen Künstler und Geflüchtete gleichermaßen stehen.






