Sachsens Karneval feiert ein farbenfrohes Comeback nach Jahren der Krise
Hans-Gerd JunkSachsens Faschingsfans starten optimistisch in den Straßenkarneval - Sachsens Karneval feiert ein farbenfrohes Comeback nach Jahren der Krise
Die Karnevalssaison in Sachsen kehrt mit frischem Schwung zurück – nach Jahren des Niedergangs. Die fünfte Jahreszeit in Sachsen erlebt in diesem Jahr eine Renaissance. Der größte Umzug der Region, der am 15. Februar in Radeburg stattfindet, wird unter dem Motto 'RaBu Irrenhaus – wild und wunderbar verrückt!' in einem Farb- und Ideenrausch stecken. Die Vereine melden eine spürbare Erleichterung, da die Feiern in diesem Jahr wieder an Fahrt aufnehmen. Die Karnevalsszene in Sachsen hatte in den vergangenen Jahren harte Zeiten durchlebt. Die Besucherzahlen bei den Umzügen brachen von etwa 150.000 im Jahr 2020 auf weniger als 20.000 bis 2025 ein. Verantwortlich dafür waren die Corona-Beschränkungen, zunehmende politische Spannungen und Debatten über die Grenzen der Satire. Anders als in Nordrhein-Westfalen, wo die Karnevalsbegeisterung mit jährlich über 10 Millionen Besuchern stabil bleibt, setzen die sächsischen Veranstaltungen stärker auf Tradition und weniger auf politische Themen. Doch in diesem Jahr keimt Optimismus auf. Der Verband Sächsischer Karnevalvereine, der 186 Vereine mit rund 22.000 Mitgliedern vertritt, verzeichnet einen Stimmungswandel. 'Es herrscht eine greifbare Erleichterung bei Organisatoren und Teilnehmern', sagt Verbandspräsident Jörg Weiser. Der Radeburger Umzug, der größte der Region, wird gänzlich auf politische Themen verzichten. Eintrittskarten kosten für Erwachsene 5 Euro, Kinder und Schüler unter 14 Jahren haben freien Eintritt. Bei gutem Wetter rechnen die Veranstalter mit bis zu 25.000 Besuchern. Zudem wird es eine Premiere geben: Sachsen krönt erstmals ein landesweites Karnevalsprinzenpaar – Désirée I. und Simon I. vom Pegauer Karnevalsclub. Die Saison 2025 markiert einen Wendepunkt für die sächsische Karnevalskultur. Mit neuen Traditionen wie dem Prinzenpaar und einem Fokus auf unbeschwerte Unterhaltung hoffen die Vereine auf stärkeren Zuspruch. Der Umzug in Radeburg soll den sorglosen Geist zurückbringen, der die Feiern in der Region einst prägte.