26 April 2026, 20:21

Salzburger Festspiele: Warum die Verteidigung von Currentzis für Zündstoff sorgt

Ein Mann steht an einem Rednerpult mit einem Mikrofon und spricht bei einem Abendevent mit dem Titel "National Book Festival History & Biography".

Salzburger Festspiele: Warum die Verteidigung von Currentzis für Zündstoff sorgt

Die Salzburger Festspiele stehen erneut in der Kritik, nachdem ihre kommissarische Leiterin, Karin Bergmann, den Dirigenten Teodor Currentzis gegen Vorwürfe aus den Reihen seiner eigenen Musiker verteidigt. Der Streit hat die Debatte über die Ausrichtung des Festivals und seine Gründungsprinzipien neu entfacht. Bergmann, die nach den Fehltritten ihres Vorgängers das Zepter übernahm, muss nun zwischen alten Konflikten und zukünftigen Plänen vermitteln.

Aktuell führt Bergmann die Festspiele, bis im September ein dauerhafter Nachfolger bestimmt wird. Ihr Ansatz, große Teile des alten Teams zu halten, wird von manchen als Versuch gewertet, frühere Spannungen zu überspielen. Doch die Gründungsurkunde des Festivals betont die moralische und kulturelle Verantwortung der Kunst – eine Idee, die durch die jüngsten Ereignisse auf eine harte Probe gestellt wird.

Musiker aus Currentzis' Ensemble MusicAeterna haben mit pauschalen Angriffen auf die deutsche Politik und dem Vergleich von Journalisten mit Nazis für Empörung gesorgt. Der Dirigent selbst, der die russische Staatsbürgerschaft besitzt, steht wegen Verbindungen zu Unternehmen wie Gazprom und VTB in der Kritik – beide sind mit dem Krieg in der Ukraine assoziiert. Trotz alledem hält Bergmann an ihm fest und plädiert für seine Rolle in der Zukunft der Festspiele.

Kritiker warnen, dass bloße Naivität die tief verwurzelten Probleme nicht lösen wird. Bergmanns Aufgabe ist es nun, zwischen der belasteten Geschichte des Festivals und seinem nächsten Kapitel zu vermitteln.

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Im September wird die Führung der Festspiele neu besetzt, und Bergmanns interimistische Amtszeit endet. Ihre Verteidigung Currentzis' und ihr Bemühen, die alte Garde zu halten, stoßen auf sowohl Zustimmung als auch Ablehnung. Wie dieser Konflikt ausgeht, wird entscheiden, ob es den Salzburger Festspielen gelingt, ihren künstlerischen Anspruch mit ihrer moralischen Verantwortung in Einklang zu bringen.

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