Schalke-Fans empören sich gegen geplante Rückkehr von Clemens Tönnies als Ehrenpräsident
Martina SieringSchalke-Fans empören sich gegen geplante Rückkehr von Clemens Tönnies als Ehrenpräsident
Schalke-Fans protestieren am 7. Februar 2026 gegen Clemens Tönnies
Die Demonstrationen richteten sich gegen einen Vorschlag, Tönnies als Ehrenpräsident des Vereins wieder einzusetzen. Anhänger zeigten Transparente mit deutlichen Botschaften wie "Keine Ehre für Rassisten" und "Tönnies: Raus aus Schalke, raus aus unserem Leben".
Tönnies war bereits im Juni 2020 als Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke zurückgetreten – nach massiver Kritik. Fans hatten seine Rolle bei einem COVID-19-Ausbruch in einem seiner Fleischverarbeitungsbetriebe scharf verurteilt, ebenso wie frühere umstrittene Äußerungen. Obwohl er sein Amt niederlegte, blieb er Sponsor des Clubs. Doch besonders die Ultra-Gruppen setzten ihre Proteste fort, etwa bei Spielen der 2. Bundesliga, wo sie mit harten Parolen und Plakaten auf sich aufmerksam machten.
Ende 2025 griffen Medien wie der OMR-Podcast die anhaltende Kritik an Tönnies auf, die über einzelne Vorfälle hinausging – etwa die Benennung einer Stadiontribüne nach Wladimir Putin. Die jüngsten Proteste entzündeten sich an der Überlegung des Vereins, ihm seinen Ehrentitel zurückzugeben.
Tönnies wies die Vorwürfe zurück und stellte die Einflussmöglichkeiten der Ultra-Szene infrage. Sollte der Club ihn tatsächlich rehabilitieren, erklärte er die Entscheidung für endgültig. Die Schalke-Führung hingegen rief zu Besonnenheit auf und betonte die Notwendigkeit von Einheit und respektvollem Dialog. Eine Gruppe ehemaliger Trainer, Ex-Vorstandsmitglieder und Sponsoren verurteilte die Proteste sogar und deutete mögliche rechtliche Schritte an.
Der Konflikt offenbart die tiefen Gräben zwischen Tönnies und Teilen der Schalke-Fans. Seine mögliche Rückkehr in eine Ehrenposition hat die Spannungen erneut verschärft – beide Seiten zeigen sich unnachgiebig. Nun steht der Verein vor der Herausforderung, seine Führungsentscheidungen mit den Forderungen seiner lautstärksten Anhänger in Einklang zu bringen.