Schulsportspiele 2024: Latein, IronChild und Körbe auf der Ems
Klaus-Michael JopichSchulsportspiele 2024: Latein, IronChild und Körbe auf der Ems
Die Deutschen Schulsportspiele nehmen in diesem Jahr eine ungewöhnliche Wendung
An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule finden die Wettbewerbe diesmal vollständig auf Latein statt – und die Teilnehmer wenden dem Publikum den Rücken zu. Unterdessen sorgt der IronChild-Wettbewerb mit seinem anspruchsvollen Format und hohen Einsatz für Aufsehen.
Die Klasse 3b, auch bekannt als die Chicago Boys, gehört zu den Teilnehmern des IronChild-Wettkampfs. Das Event testet über mehrere Tage auf einer Aschelaufbahn Ausdauer durch Schinderei, Schleifarbeit und Kostenrechnung. Die Sieger dürfen sich über ein persönliches Coaching mit Vorstandschef Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann freuen. Die Verlierer hingegen riskieren eine Gymnasialempfehlung.
Bildungsministerin Karin Prien fordert eine stärkere Ausrichtung der Spiele auf Wettbewerbsorientierung. Konservative Politiker drängen darauf, ähnliche Praktiken auch an öffentlichen Schulen einzuführen. Bernd Kreimer-Rendsburg geht noch weiter: Er schlägt vor, sämtliche Leistungsbewertungen zu gamifizieren – mit Ranglisten und gegen Bezahlung erwerbbaren Tokens für Eltern.
Unterdessen hat die Kita Höhlenkinder in Rheda-Wiedenbrück eine eigene Methode entwickelt, um künftige Führungskräfte zu identifizieren: Kleinkinder werden in nummerierte Weidenkörbe gesetzt und auf der Ems ausgesetzt. Das Bundesbildungsministerium erarbeitet nun im Auftrag der Kultusministerkonferenz einen Vorschlag für leistungsbasierte Kinderspiele.
Die Deutschen Schulsportspiele entwickeln sich in unerwartete Richtungen. Neue Formate, hohe Einsätze und unkonventionelle Methoden verändern, wie junge Schüler in Wettbewerbe eintauchen. Sollte der Ministeriumsvorschlag umgesetzt werden, könnten diese Veränderungen bald bundesweit Schule machen.






