Sexualstraftäter flieht aus Münsters psychiatrischer Klinik – und bleibt monatelang unentdeckt
Klaus-Michael JopichSexualstraftäter flieht aus Münsters psychiatrischer Klinik – und bleibt monatelang unentdeckt
Ein spektakulärer Fluchtfall aus einer psychiatrischen Klinik in Münster ist erst jetzt bekannt geworden – fast sechs Monate nach dem Vorfall. Im September 2022 verschwand ein verurteilter Sexualstraftäter während eines genehmigten Ausgangs aus der Klinik Münster-Amelsbüren und löste damit eine sofortige Fahndung der Polizei aus.
Der flüchtige Mann ist ein 33-jähriger iranischer Staatsbürger. Er war seit Februar 2020 in der forensischen Abteilung der von der Alexianer GmbH betriebenen Einrichtung untergebracht. Die Behörden bestätigten, dass er nach einem bewilligten Freigang nicht in die Klinik zurückkehrte; Ermittler vermuten, dass er ins Ausland floh.
Die Münsteraner Polizei leitete kurz nach seinem Verschwinden Ermittlungen ein. Die Staatsanwaltschaft schränkte jedoch später die Öffentlichkeitsarbeit ein und berief sich dabei auf die verminderte Schuldfähigkeit des Täters. Der Klinikträger, die Alexianer GmbH, lehnte eine Stellungnahme zum Fall ab.
Eine lokale Initiative, AlexianerForensik – Sicherheit VOR Therapie, sieht in der Flucht nun eine Bestätigung ihrer langjährigen Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen in der Einrichtung.
Der Fall blieb bis heute unter Verschluss und wirft Fragen zur Transparenz in der forensischen Psychiatrie auf. Die Polizei geht weiterhin von unbekanntem Aufenthaltsort des Mannes aus, während rechtliche Beschränkungen weitere Details unterbinden. Der Vorfall hat die Debatte über Ausgangsregelungen für Hochrisikopatienten in sicheren psychiatrischen Kliniken neu entfacht.






