Sicherheit und Therapie: Wie NRW gefährliche Straftäter in forensischen Kliniken behandelt

Klaus-Michael Jopich
Klaus-Michael Jopich
2 Min.
Eine Zeichnung eines mehrfenstrigen Gebäudes mit einem Schornstein, das für ein Psychiatriekrankenhaus in Deutschland gehalten wird, begleitet von beschreibendem Text.Klaus-Michael Jopich

Sicherheit und Therapie: Wie NRW gefährliche Straftäter in forensischen Kliniken behandelt

Forensisch-psychiatrische Kliniken in Nordrhein-Westfalen (NRW) behandeln Straftäter mit schweren psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen, die weiterhin eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen. Diese Krankenhäuser verbinden hochgesicherte Unterbringung mit spezialisierter Therapie, um das Rückfallrisiko zu verringern. Stand Januar 2025 befanden sich 3.628 Personen in solchen Teleclinic-ähnlichen Einrichtungen im gesamten Bundesland.

Die 17 forensisch-psychiatrischen Kliniken in NRW unterliegen strengen Sicherheitsvorkehrungen. Dazu zählen Umzäunungen, Sicherheitsschleusen, Videoüberwachung und Alarmanlagen, um Fluchtversuche zu verhindern. Trotz dieser Maßnahmen kam es 2024 zu zwei Vorfällen: Im Juni entwich ein Patient aus der LVR-Klinik in Köln, wurde jedoch wenige Tage später in Velbert wieder gefasst. Im September kehrte ein verurteilter Sexualstraftäter aus Münster nach einem genehmigten Ausgang nicht in die Einrichtung zurück.

Die Behandlung in diesen Krankenhäusern richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Patienten. Dazu gehören die Verabreichung von Psychopharmaka, Gesprächstherapien, Ergotherapie oder strukturierte Resozialisierungsprogramme. Bei Fortschritten können schrittweise Lockerungen gewährt werden – etwa begleitete Ausgänge, unbegleitete Beurlaubungen oder die Verlegung in externe Wohngruppen. Über die Dauer der Unterbringung und Therapie entscheidet letztlich ein Gericht.

Das Netz der Krankenhäuser wurde in den letzten Jahren ausgebaut. Seit 2020 wurden vier Standorte modernisiert oder neu errichtet, darunter Erweiterungen in Essen und Köln sowie Neubauten in Dortmund und Münster. Eine weitere Klinik in Lünen befindet sich derzeit im Bau, um die wachsende Nachfrage zu decken.

Die forensisch-psychiatrischen Kliniken in NRW verbinden Sicherheit mit therapeutischer Betreuung für hochriskante Straftäter. Mit laufenden Erweiterungen und über 3.600 betreuten Personen passt sich das System kontinuierlich an die Anforderungen von Behandlung und öffentlicher Sicherheit an. Gerichte und medizinische Teams arbeiten eng zusammen, um Fortschritte zu bewerten und zu entscheiden, wann Einschränkungen sicher gelockert werden können.

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