Skandal um Ex-Handballtrainer André Fuhr: Wie ein Mediensturm seine Karriere zerstörte
Egbert PeukertSkandal um Ex-Handballtrainer André Fuhr: Wie ein Mediensturm seine Karriere zerstörte
Im Herbst 2022 kam ein Skandal um den ehemaligen Handballtrainer von Borussia Dortmund, André Fuhr, ans Licht. Recherchen des Spiegel deckten schwere Vorwürfe auf, darunter psychische Misshandlung und sexuelle Belästigung. Die Affäre eskalierte rasant und führte zu Fuhrs Rücktritt sowie einem langwierigen Rechtsstreit mit dem Deutschen Handballbund (DHB).
Die Vorwürfe wurden zunächst von zwei ehemaligen Nationalspielerinnen, Mia Zschocke und Amelie Berger, erhoben. Sie warfen Fuhr psychische Quälereien, Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung vor. Die Folgen waren unverzüglich: Fuhr legte sein Amt bei Borussia Dortmund nieder und verlor seinen Posten als Junioren-Nationaltrainer. Fast drei Jahre später wurde der Fall vor dem Oberlandesgericht Hamm durch einen Vergleich beigelegt – der Verband erklärte sich bereit, die Angelegenheit nicht weiter zu verfolgen.
Fuhr schilderte die Erfahrungen später in einem Interview mit Sport Bild als einen "Mediensturm", der ihm "den Kopf abgerissen" habe. Er behauptete, wie ein Gewaltverbrecher behandelt worden zu sein, obwohl die Vorwürfe keine Straftatbestände umfassten. Trotz der Einigung blieb sein Ruf nachhaltig beschädigt – eine Rückkehr in den Profi-Handball oder andere Berufsfelder blieb ihm verwehrt.
Vor dem Skandal hatte Fuhr seine Karriere nach dem Rückzug Borussia Dortmunds aus der Bundesliga 2019 fortgesetzt. Zur Saison 2019/20 wechselte er zum Drittligisten TSV Bayer Dormagen und führte den Verein 2021 in die 2. Bundesliga. Stand März 2026 war er weiterhin in Dormagen tätig, doch jenseits des Clubs blockierten die Nachwehen der Affäre weiterhin seine berufliche Perspektive.
Die gerichtliche Einigung schloss das juristische Kapitel ab, doch Fuhrs berufliche Zukunft bleibt ungewiss. Dass er weder im Handball noch in anderen Branchen Fuß fassen kann, unterstreicht die langfristigen Folgen des Skandals. Jahre nach den ersten Vorwürfen prägt die Affäre sein Berufsleben weiterhin.






