Solingen führt Mindestpreise für Uber ein – und entfacht Streit über Taxi-Konkurrenz
Martina SieringSolingen führt Mindestpreise für Uber ein – und entfacht Streit über Taxi-Konkurrenz
Der Stadtrat von Solingen hat eine neue Verordnung eingeführt, die Mindestpreise für Fahrten mit Ride-Sharing-Diensten wie Uber festlegt. Demnach müssen Fahrtenvermittler mindestens 91 Prozent des üblichen Taxitarifs berechnen. Kritiker bemängeln, dass diese Maßnahme die Kosten für Nutzer in die Höhe treibt und den Wettbewerb einschränkt.
Die Entscheidung stößt auf scharfe Ablehnung bei der Freien Demokratischen Partei (FDP), die der Regelung vorwirft, traditionelle Taxis auf Kosten von Innovation und Bezahlbarkeit zu schützen. Uber ist in Solingen mit einem Modell aktiv, das auf feste Vorabpreise und schnellen Service setzt. Viele Einwohner sind zur App gewechselt, angezogen von den günstigeren Preisen und der größeren Bequemlichkeit im Vergleich zu herkömmlichen Taxis. Die neue Verordnung der Stadt zielt nun darauf ab, diese Preisdifferenz zu verringern, indem sie eine Mindestgebühr für Ride-Sharing-Dienste vorschreibt.
Nina Brattig, die FDP-Fraktionsvorsitzende im Solinger Stadtrat, verurteilte die Regelung scharf. Sie argumentierte, dass die Preiserhöhung bei Uber vor allem junge Menschen und Gelegenheitsnutzer hart treffen werde. Brattig kritisierte den Schritt zudem als Rückschritt und forderte stattdessen Reformen der veralteten Taxivorschriften anstelle neuer Beschränkungen für Fahrtenvermittler.
Die FDP sieht in der Verordnung einen Versuch, Taxiunternehmen vor Konkurrenz zu schützen. Brattig warnte, dass der Eingriff langfristig sowohl innovative Anbieter als auch Kunden schaden werde. Bisher liegen keine vergleichbaren Daten dazu vor, wie andere deutsche Städte nach Preisanpassungen für Taxis mit der Regulierung von Ride-Sharing-Diensten umgegangen sind.
Die neue Mindestpreisregelung wird die Uber-Tarife näher an die herkömmlichen Taxipreise heranführen. Die FDP hält die Maßnahme für einen Angriff auf die Bezahlbarkeit und die Wahlfreiheit der Fahrgäste. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen etablierten Taxidiensten und den neueren Ride-Sharing-Plattformen auf.






