20 February 2026, 18:56

Sparmaßnahmen des BAMF gefährden Sprachkurse für Hunderttausende Migrant:innen

Eine Gruppe von Menschen, einige mit Taschen und einer auf einem Pferdewagen sitzend, geht eine Schotterstraße entlang mit einem Hund, Häusern im Hintergrund und Text unten lesend "Deutsche Flüchtlinge in Deutschland".

Sparmaßnahmen des BAMF gefährden Sprachkurse für Hunderttausende Migrant:innen

Migrantinnen und Migranten in Deutschland sehen sich mit wachsenden Schwierigkeiten konfrontiert, Integrationskurse erfolgreich abzuschließen – Grund sind aktuelle Kürzungen bei der Förderung. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Unterstützung drastisch gekürzt, sodass Tausende sich die entscheidende B1-Sprachprüfung nicht mehr leisten können. Viele scheitern nun an den Prüfungen, einige müssen die Kurse sogar aus eigener Tasche finanzieren.

Im Dezember 2025 kündigte das BAMF weitere Streichungen an und strich die Förderung für freiwillige Integrationskurse komplett. Betroffen sind rund 129.500 Menschen – über 40 Prozent derer, die 2026 an solchen Kursen teilgenommen hätten. Besonders hart trifft es Asylsuchende, Geduldete, Geflüchtete aus der Ukraine und EU-Bürgerinnen und -Bürger, während anerkannten Flüchtlingen die Kosten weiterhin erstattet werden.

Die Änderungen folgen auf frühere Kürzungen Ende 2024, als das BAMF Wiederholungsstunden für allgemeine Integrationskurse strich. Ohne zusätzliche Unterstützung haben Migrantinnen und Migranten, die die B1-Prüfung nicht bestehen, nun kein Auffangnetz mehr. Olena Ivanova, eine Ukrainerin aus Charkiw, fiel beim ersten Versuch wegen Nervosität durch – sie hatte Mühe, die Fragen während der Prüfung zu verstehen. Liudmyla Kulpanova, eine weitere Geflüchtete, tut sich trotz eines abgeschlossenen B2-Kurses noch immer schwer mit der deutschen Sprache.

Um Abhilfe zu schaffen, haben der Jugendmigrationsdienst (JMD) und die Katholische Erwachsenenbildung einen neuen Vorbereitungskurs ins Leben gerufen. Finanziert zu gleichen Teilen vom JMD und der Initiative Aktion Neue Nachbarn, soll er Migrantinnen und Migranten auf den Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) vorbereiten. Ahmed Hefzi, der Kursleiter, warnt jedoch, dass viele Teilnehmerinnen – insbesondere Frauen – über zu wenig Deutschkenntnisse verfügen. Familienprobleme und andere Belastungen verringern ihre Chancen auf ein Bestehen zusätzlich.

Ohne Förderung müssen Migrantinnen und Migranten nun 458 Euro pro 100-Stunden-Modul selbst aufbringen. Für viele ist diese Summe unbezahlbar, sodass ihnen die sprachlichen Kompetenzen für Beruf und Alltag fehlen.

Die Kürzungen haben Tausende ohne Zugang zu dringend benötigten Sprachkursen zurückgelassen. Betroffene müssen nun entweder selbst für die Kurse aufkommen oder riskieren, die B1-Prüfung nicht zu bestehen. Ohne dieses Zertifikat bleibt ihre Integration in die deutsche Gesellschaft ungewiss.

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