15 March 2026, 04:18

Steffi: Wie die DDR mit ihrer eigenen Modepuppe gegen Barbie antrat

Eine Frau in einem gelben Kleid hält eine Puppe, beide mit sanften und neugierigen Ausdrücken, vor einem hellblauen Hintergrund, mit dem Text "Berliner Leben Magazine - April 1928" und einem Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR mit ihrer eigenen Modepuppe gegen Barbie antrat

In den 1960er-Jahren führte die DDR mit Steffi eine eigene Modepuppe ein, um der Barbie und Westdeutschlands Petra Konkurrenz zu machen. Entworfen von Margot Schmied und in Waltershausen hergestellt – einer Stadt mit langer Puppentradition – wurde Steffi schnell zum Symbol sozialistischer Handwerkskunst und überraschenderweise auch zu einem Exporterfolg.

Hergestellt im staatlichen VEB Puppenfabrik Biggi, erhielt Steffi ein unverwechselbares Aussehen. Im Gegensatz zu Barbies schlanker Silhouette hatte sie eine kräftigere Statur, eine hohe Stirn und realistischere Proportionen, die eher denen von Teenagern entsprachen. Ihr Make-up folgte den Trends der 1960er: dicke Eyeliner, türkisfarbener Lidschatten und eine voluminöse Hochsteckfrisur.

Benannt nach Schmieds Tochter, kostete die Puppe 16 DDR-Mark – für viele Familien ein stolzer Preis. Dennoch war sie beliebt und wurde oft an ausländische Funktionäre verschenkt, um Devisen zu erwirtschaften. Frühe Versionen gab es sogar in verschiedenen Hauttönen, ein fortschrittlicher Schritt, der Barbies späteren Diversitätsbemühungen vorausging.

Heute sind erhaltene Steffi-Puppen bei Sammlern begehrt. Die Preise reichen von 20 Euro für einfache Modelle bis zu 200 Euro für seltene, gut erhaltene Exemplare mit originaler Kleidung. Zwar ist unklar, wie viele Berufskostüme es genau gab, doch ihr Ruf als "Barbie des Sozialismus" bleibt bestehen.

Mit dem Ende der DDR wurde auch Steffis Produktion eingestellt, doch ihr Einfluss auf die Spielzeuggeschichte lebt weiter. Ihr realistisches Design und ihre Rolle als Exportgut spiegeln die kreativen und wirtschaftlichen Strategien Ostdeutschlands wider. Für Sammler bleibt sie ein greifbares Stück Kultur des Kalten Krieges.

Quelle