Steuergeld für Habeck-Doku: Warum ein Film über den Grünen-Politiker die Gemüter erhitzt
Egbert PeukertSteuergeld für Habeck-Doku: Warum ein Film über den Grünen-Politiker die Gemüter erhitzt
Ein neuer Dokumentarfilm über den ehemaligen deutschen Vizekanzler Robert Habeck hat Kritik ausgelöst, weil er mit öffentlichen Geldern finanziert wurde. "Jetzt. Wohin." begleitet Habecks Wahlkampf vor der Februarwahl 2025, bei der seine Partei Bündnis 90/Die Grünen nur 11,6 Prozent der Stimmen erhielt. Der Film erhielt insgesamt 270.793,95 Euro an Steuergeldern von drei verschiedenen Förderstellen.
Der Dokumentarfilm, dessen Premiere am 7. Dezember stattfindet, zeichnet Habecks politischen Werdegang durch Deutschland nach. Der Trailer wurde auf YouTube bereits 20.000 Mal aufgerufen. Kritiker aus dem rechten Lager bezeichnen das Projekt als "reinen Personenkult" und werfen Habeck vor, öffentliche Mittel für einen selbstverherrlichenden Film genutzt zu haben.
Die Förderung kam vom Deutschen Filmförderfonds (102.000 Euro), der Filmförderungsanstalt (93.793,95 Euro) und der Film- und Medienstiftung NRW (75.000 Euro). Die für die Bewilligung der Subventionen zuständige Mitarbeiterin der letzteren Institution ist die Lebenspartnerin des Produzenten Christoph Friedel, der seit 2011 für seine Projekte über 13 Millionen Euro an Steuergeldern eingeworben hat. Habeck selbst erhielt für den Film keine Bezahlung. Dennoch hat die Verwendung staatlicher Mittel für einen Dokumentarfilm über einen amtierenden Politiker eine Debatte über Transparenz und mögliche Interessenkonflikte entfacht.
Die Veröffentlichung des Films erfolgt zu einer Zeit, in der die Grünen mit sinkender Unterstützung nach dem enttäuschenden Wahlergebnis kämpfen. Angesichts der 270.793,95 Euro an öffentlichen Geldern bleibt die Frage, ob taxpayerfinanzierte Dokumentarfilme über aktive Politiker strengeren Kontrollen unterliegen sollten. Die Premiere am 7. Dezember wird die Kontroverse voraussichtlich weiter in den Fokus rücken.