Streit um Moerser Bauprojekt: Bürgerinitiative fordert Kehrtwende nach Genehmigung
Hans-Gerd JunkStreit um Moerser Bauprojekt: Bürgerinitiative fordert Kehrtwende nach Genehmigung
Ein geplantes Bauvorhaben mit neun neuen Wohneinheiten in Moers hat unter Anwohnern für Aufsehen gesorgt. Das Projekt, das im August 2025 von der Verwaltung genehmigt wurde, stößt auf Widerstand einer Bürgerinitiative, die behauptet, die Entscheidung verstoße gegen Bebauungsvorschriften und gefährde den Status der Zone als verkehrsberuhigter Bereich. Die Anwohner wurden erst nach Erteilung der Baugenehmigung über das Vorhaben informiert.
Ursprünglich sollte das Projekt die Erweiterung des Josef-Peil-Wegs, einer ausgewiesenen 'Spielstraße', für Ein- und Zweifamilienhäuser umfassen. Aufgrund massiver Proteste der Anwohner wurde dieser Plan jedoch verworfen. Stattdessen soll der Zugang zu den neuen Wohneinheiten nun über den Elbinger Ring und den Josef-Peil-Weg erfolgen, da der bestehende Zugang über die Buschstraße rechtlich nicht für neun Wohnungen ausgelegt ist.
Die Verwaltung verteidigte die Genehmigung mit dem Hinweis, das Projekt entspreche den geltenden rechtlichen Vorgaben. Als Beleg wurde ein Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf herangezogen. Die Bürgerinitiative wirft den Behörden jedoch vor, das Urteil falsch dargestellt zu haben. Sie besteht darauf, dass ein Grünstreifen hätte angelegt werden müssen, um die Bebauungsgrenze deutlich zu markieren. Besonders besorgt sind die Anwohner über eine mögliche Zunahme des Durchgangsverkehrs im Wohngebiet. Die Bürgerinitiative 'Faire Bebauung in Moers' wird ihre Petition am 22. Januar 2026 dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt vorlegen. Sie fordert die lokalen Politiker auf, entweder die bestehenden Bebauungsvorschriften durchzusetzen oder sie so anzupassen, dass die Belastung für die Anwohner verringert wird. Dem Bauherrn bleibt die Möglichkeit, die Rücknahme der Genehmigung gerichtlich anzufechten, da die ursprüngliche Zulassung rechtmäßig erteilt wurde. Bisher steht noch nicht fest, ob am 22. Januar über mögliche Änderungen des Baubeginns abgestimmt wird.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob das Projekt den Bebauungsvorschriften entspricht und welche Auswirkungen es auf den Verkehr im Wohngebiet haben wird. Die Bürgerinitiative setzt sich weiterhin für strengere Kontrollen oder Änderungen des Plans ein. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Projekts steht noch aus, während beide Seiten sich auf weitere Verhandlungen vorbereiten.