04 January 2026, 18:36

Tchibo verklagt Aldi Süd wegen Kaffee-Dumpingpreisen vor Gericht

Eine Tasse Kaffee auf einem Tisch.

Ist Kaffee zu billig? Aldi Süd und Tchibo streiten sich über Preise - Tchibo verklagt Aldi Süd wegen Kaffee-Dumpingpreisen vor Gericht

In Düsseldorf eskaliert ein Rechtsstreit um Kaffeepreise. Tchibo hat den Discounter Aldi Süd verklagt und wirft der Kette vor, seit Ende 2023 ihre Barissimo-Kaffees unter Einstandspreis zu verkaufen. Der Fall, der nun vor dem Oberlandesgericht verhandelt wird, dreht sich um Vorwürfe des unlauteren Wettbewerbs und mögliche Marktschäden.

Tchibo hatte die Klage eingereicht, nachdem Aldi Süd den Preis für bestimmte Barissimo-Sorten um bis zu zwei Euro pro Kilogramm gesenkt haben soll. Das Unternehmen argumentiert, dass diese Verluste – angeblich seit Dezember 2023 – gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen, da sie faire Preise untergraben. Das Landgericht Düsseldorf hatte die Klage zuvor abgewiesen und keine Beweise für wettbewerbswidriges Verhalten gefunden.

Der Streit kommt zu einer Zeit, in der Kaffeeproduzenten mit steigenden Kosten aufgrund explodierender Rohbohnenpreise und schlechter Ernten kämpfen. Standardpackungen von Barissimo wie der Espresso Cremoso kosten im Handel 12,99 Euro für 1,2 Kilogramm (etwa 10,83 Euro pro Kilogramm), doch Tchibo behauptet, Aldi Süds Rabatte drückten die Preise unter die Produktionskosten. Wettbewerbsrechtler wie Professor Rupprecht Podszun betonen, dass niedrige Preise allein nicht illegal seien – es sei denn, sie dienten dazu, Konkurrenten zu verdrängen und später die Preise künstlich hochzutreiben. Der Fall wirft zudem ein Schlaglicht auf einen branchenweiten Trend, bei dem Großhändler zunehmend die Produktion kontrollieren. Die heutige Verhandlung markiert den ersten Schritt im Berufungsverfahren, eine sofortige Entscheidung wird jedoch nicht erwartet.

Das Gericht wird nun prüfen, ob Aldi Süds Preispolitik gegen Wettbewerbsregeln verstößt. Ein Urteil könnte Präzedenzfall für die Preisgestaltung von Handelsmarken durch Discounter werden. Unterdessen ringt die Kaffeebranche weiterhin mit wirtschaftlichen Belastungen durch Lieferkettenstörungen.